wissen.de Artikel

Mindestlohn auch für Gebäudereiniger

Gebäudereiniger sollen in Zukunft vor Lohndumping besser geschützt werden und Anspruch auf einen Mindestlohn haben. Im Westen wird er 7,87 Euro pro Stunde betragen, im Osten 6,36 Euro. Darauf hat sich das Bundeskabinett  in Berlin geeinigt und dazu das so genannte Entsendegesetz, das bisher vor allem für die Bauwirtschaft gilt, auf die rund 850.000 Gebäudereiniger ausgeweitet. Damit wird eine entsprechende Vereinbarung zwischen Union und SPD im Koalitionsvertrag umgesetzt. Wenn dem Gesetzentwurf auch Bundestag und Bundesrat zustimmen, gilt die Regelung für das Gebäudereiniger-Handwerk ab 2007. 

von Michael Fischer, wissen.de

Ausweitung nicht geplant

„Das Gebäudereiniger-Handwerk ist ebenso wie das Baugewerbe lohnkostenintensiv und steht damit in besonderer Weise im Wettbewerb mit Anbietern aus Ländern mit deutlich niedrigerem Lohnniveau“, erklärte das Ministerium für Arbeit und Soziales. Darüber hinaus sei im Bau- wie im Gebäudereinigerbereich die Arbeit an ständig wechselnden Einsatzorten typisch, weswegen die Arbeitnehmer besonders geschützt werden müssten. Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) plane zwar derzeit keine Ausweitung des Entsendegesetzes, will aber im Herbst Eckpunkte eines Gesamtkonzepts für den Niedriglohnsektor vorlegen.

 

Das Entsendegesetz

Das Arbeitnehmer-Entsendegesetz entstand 1996 und dient vor allem dem Schutz der deutschen Bauwirtschaft gegen Billiglohnkonkurrenz aus dem Ausland. Neben der Anti-Lohn-Dumping-Regelung sieht das Gesetz auch die Einhaltung von sozialen Mindeststandards für in- wie ausländische Arbeitgeber vor. Derzeit gilt das Entsendegesetz im Baugewerbe,  Maler- und Lackierhandwerk, im Abbruch- und Abwrackgewerbe sowie im Dachdeckerhandwerk und der Seeschifffahrt.

 

Das könnte Sie auch interessieren