Nattokinase – eine Kraft der Natur
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Nattokinase – eine Kraft der Natur

Foto: Foto: Theodor Paul, Public domain, via Wikimedia Commons

Nattokinase ist ein Begriff, den wahrscheinlich bisher nur wenige Verbraucher kennen. In Japan ist speziell Natto, das Ausgangsprodukt für Nattokinase, bereits seit Jahrhunderten bekannt. Die Art auf die Natto gewonnen wird, hat in Japan eine lange Tradition. Natto wird seit mehr als 1.000 Jahren in der japanischen…

Was Natto und speziell das Enzym Nattokinase interessant macht? Ihm wird ein positiver Einfluss auf die Herzgesundheit und Blutzirkulation zugeschrieben. Intensiver hat sich die Wissenschaft mit Nattokinase erst im 20. Jahrhundert beschäftigt und die Ergebnisse lassen durchaus auf einige sehr interessante Eigenschaften schließen – etwa in Bezug auf das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Angeboten wird Nattokinase heute in verschiedenen Darreichungsformen wie Tabletten oder Kapseln zur direkten Einnahme.

Was ist Nattokinase

Nattokinase ist, wie die Wortendung bereits vermuten lässt, ein Enzym. Gewonnen aus Natto, einem fermentierten Produkt auf Sojabasis, wird es seit einigen Jahren aufgrund seiner Eigenschaften intensiver untersucht. Aus biochemischer Sicht ist Nattokinase eine Serinprotease und kann als solche Peptidbindungen in Proteinen spaltet. Die Bezeichnung Serinprotease leitet sich vom biochemischen Aufbau der Substanz ab.

Die Wirkung von Nattokinase

Im aktiven Zentrum der Protease sitzt die Aminosäure Serin. In den Wirkungsmechanismus der Serinproteasen sind neben der Aminosäure Serin auch Histidin und Aspartat involviert. Nattokinase selbst wirkt biochemisch auf Fibrin. Das Protein spielt in der Blutgerinnung eine zentrale Rolle. Das Enzym aus Natto setzt an verschiedenen Stellschrauben an:

So kann Nattokinase Peptidbindungen innerhalb des Fibrinnetzwerks abbauen. Auf diesem Weg hilft das Enzym, Blutgerinnsel aufzulösen und diesen vorzubeugen. Plasmin ist eine Endopeptidase und kann Fibrin spalten. Studien zeigen, dass Nattokinase das Vorstufeprodukt, Plasminogen, aktivieren kann und so die Blutzirkulation unterstützt. Parallel lässt sich an Studienergebnissen erkennen, dass das Enzym auch die Aktivität bestimmter Blutgerinnungsfaktoren beeinflusst.

Wie entsteht Nattokinase

Die Herstellung von Nattokinase beginnt mit dem Prozess der Natto-Fermentation. Sojabohnen werden zunächst eingeweicht und gekocht. Anschließend erfolgt deren „Impfung“ mit dem Bakterium Bacillus subtilis natto. Während der Fermentation, die bei einer Temperatur von etwa 40 °C stattfindet, produziert das Bakterium nicht nur das Enzym Nattokinase. Durch Bacillus subtilis n. werden verschiedene Enzyme synthetisiert, welche Natto als Lebensmittel in seiner Textur, dem Geschmacks und der Nährstoffverfügbarkeit der Sojabohnen verändern.

Gesundheitliche Effekte von Natto

Neben dem Enzym Nattokinase ist Natto auch reich an Vitamin K2 (Menachinon). Es spielt im Körper insofern eine besondere Rolle, als dass Menachinon dabei hilft, Kalzium in die Knochen einzubauen und dessen Ablagerung in den Arterien zu verringern. Hierdurch hat das Vitamin K2 einen positiven Effekt auf das Risiko von Osteoporose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das Vitamin aktiviert das Matrix-Gla-Protein (MGP). Letzteres verhindert Kalziumablagerungen in den Arterienwänden.

Außerdem stecken in Natto verschiedene Probiotika sowie eine ganze Reihe weiterer Vitamine und Mineralstoffe. Dazu gehören unter anderem:

Tipp: Besonders für das Vitamin K2 gilt Natto als ausgesprochen potente Quelle, da nur wenige Lebensmittel mit dessen hohem Gehalt an K2 konkurrieren können.

Was passiert mit Nattokinase im Körper

Gelangt das Enzym Nattokinase in den Körper, wirkt es direkt auf die Blutzirkulation. Da es das Protein Fibrin direkt spalten und die Plasmin-Aktivität modulieren kann, verhindert es die Bildung von Blutgerinnseln. Letztere sind der Auslöser für schwerwiegende Erkrankungen, zu denen unter anderem:

gehören. Alle drei sind höchst gefährlich und stellen medizinische Notfälle dar. Aufgrund seiner direkten Wirkung auf die Fibrinolyse erweist sich Nattokinase als wirksam in Bezug auf den Blutfluss. Es hat Einfluss auf dessen Viskosität.

Zudem zeigen Studien, dass der Verzehr von Nattokinase scheinbar einen positiven Effekt auf den Blutdruck hat. Eine Arbeit aus dem Jahr 2016 kommt zu dem Ergebnis, dass sowohl systolischer als auch diastolischer Blutdruck von der Einnahme des Enzyms profitieren. Die Verringerung des Blutdrucks beschrieben die Autoren als signifikant.

Aktuell laufen weitere Forschungen rund um Nattokinase. Hier geht es unter anderem um die Frage, inwiefern das Enzym in der Lage ist, Entzündungsfaktoren zu beeinflussen. Diese gelten als ein Faktor, welcher die Herz-Kreislauf-Gesundheit beeinflusst. Die Wissenschaft erhofft sich davon Ansätze für weitere Erkenntnisse dazu, wie sich Blutgefäße schützen lassen.

Aufnahme von Nattokinase

Das Enzym Nattokinase scheint, so legen es verschiedene Studienergebnisse nahe, ein echtes Kraftpaket zu sein. Eine Wirkung im Labor macht aber noch keine sinnvolle Nahrungsergänzung aus. Wichtig ist daher, dass Nattokinase auch eine gute Bioverfügbarkeit hat.

Bisher scheinen Studien in eine positive Richtung zu deuten. Das Enzym kann offenkundig die Magen-Darm-Passage überstehen und so in den Darm gelangen. Hier findet die Resorption statt. Anschließend wird das Enzym metabolisiert. Diese wichtige Eigenschaft muss für alle physiologisch relevanten Nährstoffe gelten.

Die bisher gemachten Studienergebnisse können auch als Appell verstanden werden, sich gesund, abwechslungsreich und nachhaltig zu ernähren. Gerade Natto passt, ähnlich wie Tofu, optimal in eine Ernährung, die auf pflanzlichen Produkten beruht und in der Fleisch eher als seltener Zusatz betrachtet wird.

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