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GROßES WöRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE
Zukunft:
In mittelhochdeutscher Zeit hatte der Begriff
Zukunft
auch eine religiöse Dimension. Das Wort
zuokunft
bedeutete „das (Hinzu)Kommen“, „die Ankunft“, aber auch „das Herabkommen Gottes“. Heutzutage versteht man darunter neben dem grammatikalischen Begriff für die Zeitform des Verbs einfach „die noch bevorstehende Zeit“. Mit ihr beschäftigt sich die
Zukunftsforschung,
die mit wissenschaftlichen Methoden Entwicklungen auf verschiedenen Gebieten voraussagen will. International wird sie vom „Club of Rome“ betrieben, einem 1968 in Rom gegründeten Zusammenschluss von Personen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur zur Ermittlung der materiellen Lage der Menschheit. Der Club befasst sich etwa mit Fragen der Rohstoffreserven, der Ökologie oder der Bevölkerungsentwicklung.
Einem bestimmten literarischen Genre gehört der
Zukunftsroman
an. Hier handelt es sich um einen in der Zukunft spielenden utopischen Roman, der oft auch technische Entwicklungen vorausnimmt. Am Beginn dieser Reihe steht unter anderem der 1516 erschienene Roman „Utopia“ des englischen Autors Thomas Morus. Die moderne Sciencefiction beginnt 1818 mit Mary Shelleys „Frankenstein“. Manche der in diesem Genre präsentierten Phantasien werden auch als
Zukunftsmusik
bezeichnet, um auszudrücken, das sie möglicherweise kaum Aussicht auf Verwirklichung haben. Der Begriff
Zukunftsmusik
stand ursprünglich in einem ganz anderem Zusammenhang: Er wurde 1850 von dem Komponisten Richard Wagner (18131883) geprägt und stand für die von ihm angenommene Aufwärtsentwicklung der Musik in eine Musik der Zukunft.
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