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Diabetes Mellitus – die "Zuckerkrankheit"

Eine Volkskrankheit mit verschiedenen Ausprägungen

Diabetes mellitus ist eine überaus häufige Stoffwechselkrankheit. Sie macht sich in erster Linie durch großen Durst, häufiges Wasserlassen, Mattigkeit und zunehmende Schwierigkeiten bei körperlichen Arbeiten bemerkbar. Der Blutzuckerspiegel steigt (nüchtern) auf Werte über 120 mg Glucose pro Deziliter Blut (Überzuckerung oder Hyperglykämie). Auch wird oft Glucose mit dem Urin ausgeschieden, denn bei mehr als 180 mg Glucose pro Deziliter Blut (Nierenschwelle) sind die Nieren nicht mehr in der Lage, die gesamte Glucose ins Blut zurückzuleiten. Bei sehr hohen Blutzuckerwerten kommt es zum lebensgefährlichen diabetischen Koma.

Typ-I-Diabetiker und Typ-II-Diabetiker

Zwischen 60 und 80 Jahren steigt das Risiko, an "Alterszucker" zu erkranken.

Die Veranlagung für die Stoffwechselkrankheit Diabetes wird häufig vererbt, begünstigt wird er zudem durch zu reichliche Ernährung. Man unterscheidet zwei verschiedene Typen der Zuckerkrankheit: Beim Typ-I-Diabetes, der meist schon in der Kindheit oder Jugend auftritt, sind die Betazellen der Bauchspeicheldrüse geschädigt und können daher nicht mehr genug Insulin herstellen.

Beim Typ-II-Diabetes, der manchmal auch als Altersdiabetes bezeichnet wird, weil er meist im fortgeschrittenen Alter auftritt, stellen die Betazellen noch ausreichend Insulin her, doch die Rezeptoren an den Zellen sind nicht mehr intakt und das Insulin kann dort nicht mehr andocken. Die Entstehung des Altersdiabetes wird durch zu reichliche Ernährung begünstigt - die Betazellen müssen aufgrund der Überernährung mehr Insulin produzieren, damit die Glucose in die Zellen gelangen und verwertet werden kann. So kommt es zum Abnehmen der Insulinempfindlichkeit der Zellen.



Während sich die Stoffwechselkrankheit Typ-I-Diabetes meist sehr rasch entwickelt und durch starken Durst, vermehrte Urinausscheidung und Schwäche äußert, beginnt die Stoffwechselkrankheit Typ-II-Diabetes langsam und macht sich zunächst durch Hautjucken, Sehstörungen und Schwäche bemerkbar. Der Typ-I-Diabetes wird oft erst nach dem Auftreten eines diabetischen Komas festgestellt, das sich durch eine zunehmende Trübung des Bewusstseins äußert. Der Blutzuckerspiegel kann dabei auf einen Wert von über 1000 mg Glucose pro Deziliter Blut steigen. Vor allem bei Typ-I-Diabetikern kommt es infolge des erhöhten Blutzuckerspiegels und des Mangels an Insulin zur Ketoazidose. Wenn den Zellen aufgrund des Insulinmangels kaum Glucose zugeführt wird, wird das eingelagerte Fett im Körper zur Energiegewinnung herangezogen. Durch den plötzlich einsetzenden Fettabbau kommt es vermehrt zur Bildung von Ketonkörpern. Dies sind in erster Linie Säuren, die von den Körperzellen zur Erzeugung von Energie genutzt werden können. Allerdings werden so viele Ketonkörper ins Blut freigesetzt, dass der pH-Wert des Bluts auf einen lebensgefährlichen Wert sinkt. Bemerkbar macht sich diese Ketoazidose durch eine vertiefte Atmung und die ausgeatmete Luft riecht nach Azeton. Bei Typ-II-Diabetikern (auch bei Typ-I-Diabetikern) produzieren die Nieren vermehrt Urin, um die überschüssige Glucose im Blut auszuscheiden. Dadurch wird den Körperzellen so viel Flüssigkeit entzogen, dass es zur Austrocknung und zum Koma kommt.


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Quelle: Brockhaus
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Insulintherapie bei Diabetes Mellitus

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