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Wasser und Energie: Die unzertrennlichen Ressourcen

KEL

 

Wasser: Das kostbare Nass ist der Ursprung allen Lebens auf unserem blauen Planeten. Und auch heute noch zählt Wasser zu den wichtigsten Ressourcen auf der Erde - eine Ressource jedoch, die Mangelware ist. Trotzdem verbrauchen wir Deutschen im Schnitt ganze 124 Liter Wasser pro Kopf am Tag. In Afrika hingegen sind es gerade mal 22 Liter. Dort assoziiert man mit dem Wort Wasser eher Begriffe wie Durst, Trockenzeiten und Ernteausfälle.

Weltwassertag 2014
UN Water

Im Dezember 1992 hat die UN-Generalversammlung erstmals den Weltwassertag ins Leben gerufen, um auf die globale Wasserknappheit aufmerksam zu machen und zu nachhaltigem Umgang damit zu ermahnen. Seither heißt es jedes Jahr am 22. März weltweit: Heute dreht sich alles um das Thema Wasser. Unglaublich weitreichend ist das Feld und so hat der Weltwassertag jedes Jahr einen anderen Schwerpunkt. Das diesjährige Motto lautet: "Wasser und Energie". Nicht etwa um Wasserkraftwerke geht es dabei. Das Motto soll vielmehr auf die tief verwurzelte Beziehung der beiden aufmerksam machen: Die Bereitstellung von Wasser benötigt Energie und die Bereitstellung von Energie benötigt Wasser.

Wasser und Energie: Der eine kann nicht ohne den anderen

Die Zusammenhänge zwischen Wasser und Energie sind vielfältig. Ob in Form von Kühlwasser oder zum Antreiben von Turbinen, nahezu an allen Stationen, die die Energie von ihrer Gewinnung bis hin zu ihrem Verbrauch durchläuft, wird das kühle Nass benötigt. Um Kohle, Erdöl, Gas oder Uran als Energielieferanten zu gewinnen und aufzubereiten, ist schon Wasser nötig. Die Produktion der Elektrizität in den Kraftwerken ist auch auf Wasser angewiesen. So benötigen 90 Prozent der verschiedenen Methoden zur Energieproduktion unsere kostbare Mangelware Wasser.

Energie wiederum spielt auf der anderen Seite eine wesentliche Rolle bei der Aufbereitung und Verteilung von Wasser. Von der Versorgung mit Trinkwasser bis hin zu der Bewässerung in der Landwirtschaft, erfordert es hohe Energiemengen, das Wasser zu transportieren, zu pumpen und zu aufzubereiten.

Die Grundlage menschenwürdigen Daseins

Wasserfall
SXC

Der Zugang zu einer sicheren Wasser- und einer nachhaltigen Energieversorgung sind Grundvoraussetzung für ein menschenwürdiges Dasein. In vielen Teilen der Welt ist jedoch beides nicht gesichert. Knapp eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser und 1,3 Milliarden keine Elektrizitätsversorgung. Dies verstärkt auch die Armut, denn Wasser und Energie sind wichtige Faktoren für die Nahrungsmittelproduktion und wirtschaftliche Entwicklung.

Umdenken auf allen Instanzen

Für unsere Zukunft prognostizieren die UN-Experten nichts Gutes. So schätzen sie, dass Mitte dieses Jahrhunderts etwa zwei Milliarden Menschen in 48 Ländern unter Wasserknappheit leiden werden. Die wachsende Weltbevölkerung wird im Jahr 2030 mindestens 35 Prozent mehr Nahrung, 40 Prozent mehr Wasser und 50 Prozent mehr Energie benötigen. Dadurch werden in vielen Regionen auch die Konflikte darüber zunehmen, wer die knappe Ressource entnehmen und nutzen darf – ob die Landwirtschaft, die Wasserversorger oder die Unternehmen, die das Wasser zur Energiegewinnung benötigen. "Diese Probleme müssen dringend angegangen werden", mahnt Michel Jarraud, Vorsitzender des UN-Wassergremiums, anlässlich des Weltwassertages. Die Situation sei schon jetzt inakzeptabel.

Zukunftsressource zwischen Menschenrecht und Wirtschaftsgut

Das weltweite Geschäft mit der Energie ist jedoch eines der lukrativsten überhaupt: Jährlich werden sechs Billionen US-Dollar auf dem globalen Energiemarkt umgesetzt. Längst ist der Energie-Sektor ein Synonym für das sogenannte "Big Business" geworden. Hoch organisiert ist er der Energiemarkt und erfreut sich weit größerer politischer Aufmerksamkeit als die Versorgung vieler Länder mit Wasser. Das Wachstum des Energiemarktes führt aber auch zu einer Zunahme des Wasserverbrauchs. Daher fordert die UN, dass künftig bei der Energieproduktion Wasser effizienter genutzt werden müsse, um mehr Kilowattstunden pro Wassertropfen produzieren zu können.

Dies könne jedoch nur in einem politischen Umfeld funktionieren, das genügend Anreize für die effizientere Nutzung von Wasser und den Schutz von Trinkwasservorkommen gebe. Außerdem sei es wichtig, gerade in Ländern mit Wasserknappheit behördenübergreifende Lösungen zu finden, um eine gerechte Verteilung der Ressourcen zu erreichen. "Die Welt kann nicht damit weitermachen, die starke Verbindung zwischen Wasser und Energie zu ignorieren", so der Appell der UN.

(21.03.2014)

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