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WAHRIG HERKUNFTSWöRTERBUCH

Dach

die Bezeichnung (
mhd.
dach,
ahd.
dah) geht zurück auf
germ.
*þaka „Dach“, aus
idg.
*togo „Bedeckung, Umhang“, das seinerseits eine Ableitung zu *teg „decken, bedecken“ ist; auch in
griech.
tégos „Haus, Dach“ und
lat.
tegere „decken, bedecken“; ursprünglich bedeutet Dach also „Decke“
[Info]
Dach: jemandem aufs Dach steigen
Die mittelalterliche Gesellschaft ging sehr hart gegen diejenigen vor, welche die öffentliche Ordnung störten. Man stieg einem Geächteten auf das Hausdach und deckte es ab, um den Bewohner des Schutzes gegen Wind und Regen zu berauben. Hatte der Betreffende anderswo Obdach gefunden, so wurde kurzerhand dort das Dach entfernt. Später wurde aus dieser Strafe der Volksgerichtsbarkeit ein oft in den Kontext des Karnevals eingebetteter Brauch, der sich gegen solche richtete, die die Regeln der Gesellschaft missachteten. Heute bedeutet die meist umgangssprachlich verwendete und sich auf diesen Brauch beziehende Redensart jemandem aufs Dach steigen „jemanden streng zurechtweisen“. Auch die Wendung kein Dach mehr über dem Kopf haben „schutzlos, heimatlos sein“ stammt aus jener Zeit. Wenn man jedoch einen aufs Dach bekommt, d. h. gerügt wird, dann liegt hier die Gleichsetzung des Kopfes mit dem Dach zugrunde, die bereits im Mittelalter belegt ist und sich in Wendungen wie einen Dachschaden haben äußert. Bei unter Dach und Fach bringen „in Sicherheit bringen, etwas erzielen“ wiederum sind die obere und die seitliche Begrenzung des Bauernhauses gemeint, in die die Ernte eingefahren wird.
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