Wahrig Herkunftswörterbuch

Dach

die Bezeichnung (
mhd.
dach,
ahd.
dah) geht zurück auf
germ.
*þaka „Dach“, aus
idg.
*togo „Bedeckung, Umhang“, das seinerseits eine Ableitung zu *teg „decken, bedecken“ ist; auch in
griech.
tégos „Haus, Dach“ und
lat.
tegere „decken, bedecken“; ursprünglich bedeutet Dach also „Decke“
[Info]
Dach: jemandem aufs Dach steigen
Die mittelalterliche Gesellschaft ging sehr hart gegen diejenigen vor, welche die öffentliche Ordnung störten. Man stieg einem Geächteten auf das Hausdach und deckte es ab, um den Bewohner des Schutzes gegen Wind und Regen zu berauben. Hatte der Betreffende anderswo Obdach gefunden, so wurde kurzerhand dort das Dach entfernt. Später wurde aus dieser Strafe der Volksgerichtsbarkeit ein oft in den Kontext des Karnevals eingebetteter Brauch, der sich gegen solche richtete, die die Regeln der Gesellschaft missachteten. Heute bedeutet die meist umgangssprachlich verwendete und sich auf diesen Brauch beziehende Redensart jemandem aufs Dach steigen „jemanden streng zurechtweisen“. Auch die Wendung kein Dach mehr über dem Kopf haben „schutzlos, heimatlos sein“ stammt aus jener Zeit. Wenn man jedoch einen aufs Dach bekommt, d. h. gerügt wird, dann liegt hier die Gleichsetzung des Kopfes mit dem Dach zugrunde, die bereits im Mittelalter belegt ist und sich in Wendungen wie einen Dachschaden haben äußert. Bei unter Dach und Fach bringen „in Sicherheit bringen, etwas erzielen“ wiederum sind die obere und die seitliche Begrenzung des Bauernhauses gemeint, in die die Ernte eingefahren wird.
Gale-Ausschnitt-21468_pia22210.jpg
Wissenschaft

Algen und Pilze auf dem Mars?

Seltsame Strukturen auf vielen Fotos der NASA-Rover geben Anlass zu Spekulationen über außerirdisches Leben. von RÜDIGER VAAS Als der Dresdner Geologe Ernst Kalkowsky 1908 vermutete, bestimmte geschichtete und knollige Steine im rund 250 Millionen Jahre alten norddeutschen Buntsandstein wären durch Lebewesen gebildet worden,...

xxImage_Professionals_-_Gesamt-11656018-HighRes.jpg
Wissenschaft

Das vernetzte Gehirn

Wie Nervenzellen verschaltet sind, bestimmt darüber, wie wir wahrnehmen und denken. von SUSANNE DONNER Wieso weiß ich, wer ich bin? Auch renommierte Neurowissenschaftler müssen bei der Beantwortung dieser einfachen Frage bisher in Teilen immer noch passen. Sie gehen zwar davon aus, dass die Information darüber, wie man heißt, in...

Mehr Artikel zu diesem Thema

Weitere Lexikon Artikel

Weitere Artikel aus dem Wahrig Synonymwörterbuch

Weitere Artikel aus dem Wahrig Fremdwörterlexikon

Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch

Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch