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WAHRIG HERKUNFTSWöRTERBUCH

Stange

dieses Substantiv lässt sich über
mhd.
stange,
ahd.
stanga auf
idg.
*ste(n)gh „stechen; Stange, Spitze“ zurückführen, aus der auch das Wort
Stängel
(
mhd.
stengel,
ahd.
stengil in ders. Bed.) hervorging; in der Redewendung bei der Stange bleiben „nicht aufgeben, sich nicht beirren lassen“ ist eigentlich von der Fahnenstange die Rede, die den Soldaten in der Schlacht als Orientierungspunkt diente; wenn ein Soldat nicht bei der Stange blieb, so galt er als Deserteur; der Feldherr für seinen Teil musste dafür Sorge tragen, seine Soldaten bei der Stange zu halten; auch diese Redensart hat im allgemeineren Sinne von „jmdn. dazu bringen, weiterzumachen“ heute noch Bestand; die Redewendung jmdm. die Stange halten „jmdn. in Schutz nehmen, jmdn. unterstützen“ rührt hingegen vom ritterlichen Zweikampf her: Wenn ein Ritter zu Boden gegangen war und sich ergeben wollte, so hatte er die Möglichkeit, seinen Helfer, der u. a. auch Stanger oder Stängler genannt wurde, um „die Stange“ zu bitten, der Helfer schob dann eine Stange zwischen den Ritter und seinen Gegner und versuchte, sie so zu halten, dass sein Herr von weiteren Hieben verschont blieb
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