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Die "gebaute" Utopie der klassischen Moderne

Seit 2008 dabei: Siedlungen der Berliner Moderne

Zwischen dem Ersten Weltkrieg und dem Machtantritt der Nazis enstanden die sechs repräsentativen Wohnhaussiedlungen, mit denen die großen Architekten der klassischen Moderne eine Antwort auf die historisierenden Neo-Stile jener Zeit fanden und die seit 2008 zum deutschen Weltkulterbe zählen. Die denkmalgeschützten Siedlungen erfüllen nach Auffassung der UNESCO die Kriterien der "Einzigartigkeit" und der "Authentizität", weil sie einen ganz neuen Baustil verkörperten, der die Architektur nachhaltig beinflussen sollte. Den Vertretern der klassischen Moderne, darunter die Brüder Taut und Walter Gropius, war es endlich gelungen, eine sowohl ansprechende als auch soziale Lösung für die noch aus der Kaiserzeit stammende Wohnungsnot in der deutschen Hauptstadt zu liefern.

Modern, funktional - und bezahlbar

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Hufeisensiedlung: Großsiedlung Britz

Zwischen 1925 und 1931 von Bruno Taut, Martin Wagner und Leberecht Migge erbaut, bietet diese Wohnsiedlung Licht, Luft, Platz und den Blick ins Grüne.

Insgesamt zählen zu den Weltkulturerbestätten der Berliner Moderne sechs repräsentative Siedlungen, entstanden in den Jahren 1913 bis 1934: die Gartenstadt Falkenberg (auch Tuschkastensiedlung genannt), die Siedlung Schillerpark, die Großsiedlung Britz, die Wohnstadt Carl Legien, die Weiße Stadt und die Großsiedlung Siemensstadt. Sie alle boten den Menschen der unteren sozialen Schichten ein völlig neues Lebensgefühl. Statt verschachtelter Hinterhöfe und Seitentrakte gab es plötzlich Licht, Luft und Sonne. Die Wohnungen, die mit eigenen Bädern, Balkonen und teilweise sogar mit kleinen Gärtchen punkten konnten, waren nicht nur modern ausgestattet und funktional geschnitten, sondern auch noch bezahlbar. Kombiniert mit der qualitativ hochwertigen Bauweise und der modernen Formensprache fanden die neuen Wohnsiedlungen auch im Ausland bald Nachahmer.

Soziale Ideale fließen in die Architektur mit ein

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von Susanne Böllert, wissen.de
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