Total votes: 204
  • Send to friend
  • Diese Seite drucken
wissen.de Artikel

Erfolgreicher Start in den Beruf

Den Chef nicht gegrüßt, die Sekretärin geduzt und die Frühstücksmarmelade auf dem Anzug – so sollten Sie jedenfalls nicht den ersten Arbeitstag im neuen Unternehmen beginnen. Gerade in der Anfangszeit und damit auch in der Probezeit sollten Sie unbedingt einige Regeln beachten, damit Sie auch noch nach 100 Tagen zu den Angestellten zählen ...

Vor dem ersten Arbeitstag

Der erste Tag im neuen Unternehmen rückt näher. Viel Neues erwartet Sie und sicher gehen Sie schon voll Spannung und auch etwas aufgeregt an diese neue Lebensphase heran. Damit Sie mit Ruhe Ihren neuen Job beginnen können, sollten Sie sich gut auf den ersten Tag vorbereiten:

  • Gehen Sie spätestens einige Tage vor dem Jobantritt sämtliche Unterlagen durch, die Sie zu Ihrem neuen Arbeitgeber haben. Meist finden Sie in den Firmenbroschüren hilfreiche Informationen oder gar ein Organigramm, anhand dessen Sie sich mit wichtigen Namen und Funktionen vertraut machen können.
  • Lesen und studieren Sie Geschäftsberichte, Werbebroschüren oder Artikel aus der Presse. Diese helfen Ihnen, über aktuelle Trends in der Branche auf dem Laufenden zu sein. So können Sie zu Anfang durch gut informierte Fragen Pluspunkte sammeln.
  • Machen Sie sich anhand von Fachliteratur auf den Gebieten fit, mit denen Sie nachher im Job zu tun haben werden.
  • Besorgen Sie sich bereits im Vorfeld alle nötigen Unterlagen, die Sie für Ihre Einstellung bereithalten müssen, z.B. die Lohnsteuerkarte.
  • Kümmern Sie sich um Ihre Krankenversicherung - die Anmeldung übernimmt in der Regel der Arbeitgeber.
  • Je nach Berufsfeld müssen Sie evtl. ein Gesundheitszeugnis mitbringen. Erkundigen Sie sich rechtzeitig.

Das richtige Outfit

Von Branche zu Branche, von Betrieb zu Betrieb und auch von Abteilung zu Abteilung gibt es oft immense Unterschiede was die Kleidung betrifft. Überlegen Sie sorgfältig, was Sie am ersten Arbeitstag anziehen werden. Vielleicht konnten Sie schon während des Vorstellungsgesprächs etwas “Feldforschung“ betreiben und sich so auf die passende Kleidung einstellen. Auf jeden Fall sollten Sie eine tadellose Garderobe bereithalten - überprüfen Sie daher genau, was noch gewaschen, genäht oder doch lieber neu gekauft werden muss.

Generell gilt es, mit der Kleidung nicht völlig aus dem Rahmen zu fallen, denn wer etwas ähnliches trägt, signalisiert damit auch, dass er dazugehören möchte und das ist besonders in der Probezeit ganz wichtig.

Die ersten Tage im neuen Job

Einige Firmen sind nicht immer gut auf “den oder die Neue“ vorbereitet und es kann passieren, dass Sie am ersten Tag etwas entgeistert empfangen werden und es noch an einigen wichtigen Arbeitsmitteln wie PC, Schreibtisch oder Arbeitsaufgaben fehlt. Machen Sie in solch einem Fall erst einmal gute Miene zum bösen Spiel. Zeigen Sie Verständnis für die organisatorischen Probleme, bleiben Sie aber hartnäckig in der Sache und sagen Sie freundlich aber deutlich, was Sie für Ihre Arbeit brauchen. Denn nur nett sein bringt Ihnen auch nichts, dann laufen Sie auf Dauer eher Gefahr, den Ruf zu bekommen, “mit Ihnen könne man es ja machen“.

Um gerade in der ersten Zeit einen guten Eindruck bei Ihren Vorgesetzten und Kollegen zu machen, sollten Sie folgende Regeln beachten:

  • Seien Sie so natürlich wie möglich. Seien Sie einfach Sie selbst - weder zu schüchtern noch übertrieben selbstbewusst.
  • Versuchen Sie, sich die Namen Ihrer Kollegen möglichst schnell einzuprägen. Notieren Sie sie notfalls.
  • Begegnen Sie auf dem Flur Kollegen, denen Sie noch nicht vorgestellt wurden, gehen Sie ruhig auf sie zu und stellen Sie sich selbst vor.
  • Versuchen Sie von Beginn an, einen guten Draht zur Abteilungssekretärin zu bekommen. Bei Ihren anfänglichen Informations- und Orientierungsproblemen kann sie sich als ein "Fels in der Brandung" erweisen.
  • Lernen Sie von Anfang an und so rasch wie möglich die Spielregeln an Ihrer neuen Arbeitsstätte und halten Sie sich daran.

Informationsbeschaffung und Selbstmanagement

Wenn Sie mal bei Ihrer Arbeit nicht weiterkommen, sollten Sie sich auf jeden Fall nicht scheuen, die nötigen Informationen einzuholen. Sie können und müssen nicht alles von Anfang an wissen. Wichtig dabei ist allerdings, dass Sie ihr Problem konkret benennen und präzise Fragen stellen können, damit Sie die Kollegen oder den Chef nicht unnötig lange für Ihre Probleme beanspruchen müssen.

Auch wenn Anfängern so mancher Fehler verziehen wird, Unzuverlässigkeit gehört nicht dazu. Wer schon in der Anfangsphase Termine nicht einhalten kann, verdirbt sein Image womöglich dauerhaft. Es kann immer mal sein, dass Sie Terminvorgaben nicht korrekt einhalten können, wichtig ist dabei nur, dass Sie Ihren Vorgesetzten rechtzeitig informieren und Sie begründen, warum bestimmte Dinge nicht machbar waren.

Folgende Tipps können Ihnen helfen, Ihre Arbeit schnell und effizient zu erledigen:

  • Schaffen Sie Ordnung, sobald Sie den Überblick zu verlieren scheinen. Das heißt: Schreibtisch aufräumen, Ordner anlegen, sinnvolles Ablagesystem anwenden.
  • Führen Sie penibel Ihren Terminkalender.
  • Verplanen Sie Ihre Arbeitszeit nur zu etwa 60 Prozent. Der Rest geht erfahrungsgemäß für Unvorhergesehenes drauf.
  • Ordnen Sie die jeweiligen Arbeitsaufgaben nach Ihrer Wichtigkeit.

Fehler zugeben, aber nicht wiederholen

Sollten Ihnen bei der Arbeit unangenehme Patzer unterlaufen, versuchen Sie nicht, diese zu verheimlichen oder gar auf andere Kollegen abzuschieben. Stehen Sie zu Ihren Fehlern und unterrichten Sie unbedingt Ihren Vorgesetzten davon bevor es eventuell andere tun. Beginnen Sie aber nicht gerade mit der Pannenbeichte, wenn Ihr Chef ohnehin im Stress oder erkennbar in schlechter Stimmung ist, das kann dann leicht nach hinten los gehen. Überlegen Sie sich vor dem Gespräch eigene Vorschläge zur Schadenseindämmung oder konkrete Maßnahmen, wie sie so etwas in Zukunft vermeiden wollen. Kritisch wird es allerdings, wenn Ihnen dieselben Pannen mehrfach unterlaufen. Versuchen Sie dies unbedingt zu vermeiden, weil sonst die Probezeit recht schnell auf wackeligen Beinen stehen kann.

Stichwort “Sozialkompetenz“

Die lieben Kollegen

Der Berufsanfang ist in vielerlei Hinsicht spannend und Sie werden eine Menge neuer Erfahrungen machen. Vermutlich werden Sie allerdings auch bald feststellen, dass am Arbeitsplatz einige andere Spielregeln zu beachten sind als beispielsweise an der Universität oder der Schule. Persönliche Kontakte werden hier nicht mehr ganz so ungezwungen geknüpft. Hier gilt es nun, konstruktiv mit den Kolleginnen und Kollegen zusammenzuarbeiten und sich in ein Team einzufügen, mit dem man gemeinsam ein bestimmtes Ziel erreichen will. Dass Ihnen das anfangs ein bisschen zittrige Knie bereitet, ist ganz normal.

Sie sollten daran denken, dass Arbeitskollegen zuallererst keine Freunde sind. Es ist zwar schön, wenn sich im Lauf der Zeit hier und dort eine nette Freundschaft entwickelt. Vorerst sollten Sie dies allerdings im Hinterkopf behalten. Waren Sie es also gewohnt, an Schule und Uni unkompliziert und ungezwungen auf jemanden zuzugehen und diesen womöglich auch gleich zu duzen, sollten Sie im Berufsleben etwas diplomatischer an die Sache herangehen. Dies gilt besonders für eher konservative Unternehmen, die auf traditionelle Umgangsformen Wert legen. Fallen Sie also nicht gleich mit der Tür ins Haus, indem Sie bereits am ersten oder zweiten Tag fragen, ob man sich auch mal in der Freizeit treffen könnte. Warten Sie erst einmal in Ruhe ab, bis Sie alle besser kennen gelernt haben und die jeweiligen beruflichen Hierarchien verstehen.

Es kann natürlich passieren, dass Sie nicht von allen sofort die erhoffte positive Resonanz erhalten. Lassen Sie sich davon nicht entmutigen. Meist liegt das gar nicht an Ihrer Arbeit oder Ihrer Persönlichkeit. Oft behindern eingefahrene Strukturen und Konkurrenzdenken die Integration neuer Mitarbeiter. So befürchten z.B. manche Nicht-Akademiker, dass der Arbeitskollege von der Universität schneller auf der Karriereleiter emporsteigen könnte als sie selbst. Diese und ähnliche Gründe gibt es also zahlreich und dürfen Sie nicht weiter beeinflussen.

Stellen Sie ruhig Fragen, wenn Sie etwas nicht verstehen und gewisse Vorgänge erklärt haben möchten. Seien Sie diesbezüglich nicht zu schüchtern und denken Sie sich immer: Dumme Fragen gibt es nicht, höchstens dumme Antworten!

Gerade zu Beginn Ihrer Tätigkeit sollten Sie Ihr Herz nicht auf der Zunge tragen. "Reden ist Silber, Schweigen ist Gold" gilt hier besonders! Üben Sie sich in Zurückhaltung und reden Sie nicht zu viel über sich selbst - und erst recht nicht über Kollegen oder Vorgesetzte. Sie könnten sonst Gefahr laufen, schnell in eine Außenseiterrolle zu geraten, weil man Sie für ein Lästermaul hält.

Der Umgang mit dem Chef

Der Chef oder Abteilungsleiter kann ein sehr angenehmer und umgänglicher Mensch sein oder auch ein Furcht einflößender Manager. Welche Persönlichkeit Ihr Vorgesetzter auch immer hat, beherzigen Sie auf jeden Fall folgende Regeln:

  • Folgen Sie seinen Anordnungen, besonders wenn Sie noch in der Probezeit sind - er ist immerhin Ihr Vorgesetzter.
  • Zeigen Sie sich loyal! Das heißt u.a.: Fallen Sie ihm im Beisein anderer nicht in den Rücken. Differenzen sollten Sie mit ihm unter vier Augen klären.
  • Verhalten Sie sich diplomatisch: Geben Sie ihm nicht das unnötige Gefühl, sich mit anderen Kollegen gegen ihn zusammenzuschließen.
  • Machen Sie sich unentbehrlich: Sind Sie z.B. im Gegensatz zu ihm ein Sprachtalent, bieten Sie ihm doch ruhig an, gelegentlich firmenrelevante Übersetzungen oder Auslandskorrespondenz für ihn zu erledigen.

Der Umgang mit Kritik

Gerade Berufsanfänger werden anfangs oft kritisiert oder darauf hingewiesen, wie sie eine Aufgabe besser ausführen können. Während für viele die anfängliche Kritik einfach zum Berufsanfang gehört, haben andere Mühe, damit umzugehen. Hier ein paar hilfreiche Tipps, falls Sie zu Letzteren gehören:

  • Erwidern Sie nicht, ohne zu überlegen, etwas Unbedachtes und verteidigen Sie sich nicht sofort, sondern hören Sie ruhig zu und nehmen Sie die Kritik erst einmal als solche auf.
  • Steht Ihnen ein erregt kritisierender oder gar cholerischer Vorgesetzter gegenüber, versuchen Sie ganz tief und ruhig zu atmen und seine Worte - die wahrscheinlich heftiger ausfallen dürften als beabsichtigt - einfach an sich abprallen zu lassen.
  • Falls Sie seiner Kritik nicht zustimmen, teilen Sie das Ihrem Vorgesetzten in ruhigem und verbindlichem Ton mit.
  • Überlegen Sie sich nach jedem Kritikgespräch, ob nicht tatsächlich ein Funken Wahrheit daran ist und was Sie daraus lernen können. Jeder macht einmal Fehler - klug ist der, der daraus lernt!

Wenn der neue Arbeitsplatz zum Problem wird

Sicherlich kennen Sie die nervenaufreibende Anspannung, die man vor Klausuren und anderen Prüfungen hat. In gewisser Weise ist es im neuen Job ähnlich. Jedoch müssen Sie hier aufpassen, den Stress gegebenenfalls auch wieder abzubauen, da er sich sonst peu à peu aufstaut und nicht wie im Falle der Klausur nach besagtem Ereignis wieder abflaut.

Viele sind sich gar nicht bewusst, dass die "Managerkrankheit" oft auch daher rührt, dass sie zu hohe Ansprüche an die eigene Person stellen. Lernen Sie beizeiten, auch einmal "nein" zu sagen, ehe Sie sich überfordern. Halsen Sie sich nicht überdurchschnittlich viel Arbeit auf, nur um sich bei Ihrem neuen Chef beliebt zu machen. Das Maß können Sie nämlich hinterher schlecht wieder zurückschrauben. Stress ist auf Dauer gesundheitsschädlich. Er kann zu zahlreichen Störungen und Erkrankungen - u.a. zu Magen- oder Herz- und Kreislaufproblemen - führen, die in der Regel behandelt werden müssen. Falls Sie nicht wissen, wie Sie mit dem beruflichen Stress umgehen sollen: Fast alle Krankenkassen bieten Kurse und Seminare zur Stressbewältigung an.

Total votes: 204
  • Send to friend
  • Diese Seite drucken

Post new comment


0 Kommentare

Filtered HTML

  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zulässige HTML-Tags: <a> <em> <strong> <cite> <blockquote> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
CAPTCHA
This question is for testing whether you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.