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Guerilla Gardening

Unsere Stadt soll schöner werden

Guerilla Gardening: hört sich gefährlich an, ist es aber nicht. Was als politische Protestbewegung mit Samengeschossen an tristen Orten in New York begann ist heute das bewusste gärtnerische Gestalten von Bürgern, vor allem an Stellen, wo es keiner erwartet. Doch dieses Handeln wirft auch rechtliche Fragen auf, verändert man doch fremdes Eigentum.

Guerilla Gardening
Wilde Bepflanzung

Beim Guerilla Gardening werden beispielsweise die Baumumrandungen im Stadtbild bepflanzt.

Öde Verkehrsinseln, graue Betonpfeiler, brachliegende, unbebaute Freiflächen – dem begegnet Guerilla Gardening. (span. Guerilla: kleiner Krieg und engl. gardening: Gärtnern). Die Guerilleros verwandeln triste Orte in begrünte, sprießende Kunstwerke und Landschaften, in dem sie unauffällig „Überraschungspflanzungen“ vornehmen. Dazu werden Samen rund um Baumscheiben gestreut, kleine Kugeln aus Erde, Ton und Samen, den Seedbombs, auf Verkehrsinseln geworfen oder heimlich beim Spaziergang oder Fahrradfahren an abgelegenen, unzugänglichen Stellen ausgebracht. Sobald es regnet, fangen die Samen an zu sprießen, bildet doch das Drumherum eine hervorragende Wachsgrundlage. Auf diese Art und Weise ausgebracht, bezauberten Sonnenblumen schon manch hässliche Großbaustelle.
Eine weitere Form der Verschönerung ist das Moos Graffiti. Hier wird eine Paste aus Buttermilch, Moos und Erde hergestellt. Zusammen mit etwas Wasser bringt dann der Graffitikünstler seinen Schriftzug oder sein Bild auf eine Wand auf. Das Moos grünt in kürzester Zeit und so entsteht ein organisches Kunstwerk.

Christbaumkugel als Samengranate

Was in den 1970er Jahren in New York als Protestbewegung begann, ist heute beim Guerilla Gardening größtenteils nicht mehr politisch motiviert. Damals waren viele Straßen New Yorks gesäumt von Ruinen und Geröllfeldern, die nach dem Abriss zurückblieben und nur noch als Müllhalden oder als Treffpunkt von Dealern genutzt wurden. Eine kleine Gruppe von Gegnern protestierte gegen diese Zustände. Der „Sprengsatz“ war schnell gebaut: Eine alte Christbaumkugel wurde mit Dünger, Torfgranulat und ein paar Pflanzensamen befüllt, geschüttelt, verschlossen und geworfen. Hinter den Anschlägen verbargen sich die "Green Guerillas". Auch wenn sich mit ihren Granaten Sonnenblumen, Nelken oder Sojabohnen über unzugängliche Brachgelände verstreuten und sie in Blumenwiesen verwandelten, wurden die Guerilla Gärtner zu den Gründern einer Revolution, die weit über New York hinausgehen sollte und heute mehr Anhänger hat denn je.

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Annette Schana
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