Lexikon
österreichische Kunst
Malerei
Ein frühes Mosaik aus Teurnia (St. Peter im Holz, um 500) zeigt altchristliche Einflüsse. Später war Salzburg Jahrhunderte hindurch ein weithin ausstrahlendes Zentrum bildnerischer Form, sowohl in der Buchmalerei wie im Fresko. 1181 schuf Nikolaus von Verdun für einen Ambo in Klosterneuburg 51 ikonographisch wie stilistisch originelle Emails. Zwischen 1220 und 1224 entstand auf der Westempore des Doms in Gurk ein christologischer Zyklus von Fresken. Ihr Zackenstil blieb bis 1350 wirksam. Dagegen zeigen die Fresken in der Vorhalle des Gurker Doms (1339–1343) Beziehungen zu Giotto. Allmählich verstärkte sich der Einfluss der Niederlande. Am Ende des Jahrhunderts fasste M. Pacher alle diese Strömungen – die heimischen, die italienischen, die niederländischen – genial zusammen und wirkte weit über die Grenzen Österreichs hinaus.
Eine ähnliche Ausstrahlung erreichte die österreichische Malerei erst wieder im Barock durch die Werke von D. Gran und P. Troger, die vor allem in Wien und Klosterneuburg bildreiche, effektvolle Deckenfresken schufen. Eine Sonderstellung nahm F. A. Maulbertsch, der in allen Habsburger Stammlanden arbeitete, durch seine visionären Bilder mit eigenwilliger Licht- und Schattenwirkung ein.
Die Malerei des 19. Jahrhunderts stand zunächst unter dem Einfluss der Nazarener. M. von Schwind drückte romantisches Empfinden in volkstümlichen Märchenbildern aus. F. G. Waldmüller war als Landschaftsmaler und Porträtist gleichermaßen meisterhaft. H. Makart stellte in historisierenden, allegorischen Kompositionen das Fin de siècle wienerisch-theaterfroh dar. G. Klimt war Vertreter des Jugendstils und betonte in seinen Bildern das dekorative, kostbare Element. F. Hundertwasser war durch ihn beeinflusst.
Zum Expressionismus leitete E. Schiele über. Der überragende Maler dieser Richtung war O. Kokoschka, Porträtist, Schöpfer von Städtebildern und Erfinder mythischer Szenen. Neben ihm haben die Maler der Wiener Schule internationale Bedeutung: E. Brauer, E. Fuchs, R. Hausner, A. Lehmden. A. Rainer ist durch seine Übermalungen bekannt geworden, G. Brus entstammt dem Umkreis des Wiener Aktionismus, C. L. Attersee vertritt einen spielerischen Surrealismus.
Seit den 1960er Jahren ist F. Hundertwasser mit seinen Spiral-, Labyrinth- und Architekturformen dem internationalen Publikum bekannt; H. Nesch und O. Muehl provozieren seit dieser Zeit das Publikum mit provokanten, z. T. blutrünstigen Happenings. Die verschiedenen Tendenzen der zeitgenössischen österreichischen Malerei repräsentieren u. a. M. Lassnig mit expressiven Bildern, F. West mit seinen Objekten, V. Export mit Performances und Videos oder G. Brus mit Zeichnungen. Der Pluralismus, der die internationale Kunstszene seit den 1980er Jahren prägt, findet auch in der österreichischen Malerei durch abstrakte, realistische oder expressive Werke seinen Niederschlag.
- Einleitung
- Architektur
- Plastik
- Malerei
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