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Die wichtigsten Ereignisse im Leben des Reformators

Die wichtigsten Ereignisse in Luthers Leben

 

1483 (10.11.): Geburt in Eisleben

Luther wurde als erster oder zweiter Sohn Hans Luders und seiner Frau Margarethe, geb. Lindemann, geboren. Die genaue Anzahl seiner Geschwister ist unbekannt. In der Literatur ist von sechs bis neun die Rede.

1484: Umzug der Familie nach Mansfeld

Der aus einer Großbauernfamilie in Möhra stammende Hans Luder schafft in der Bergbaustadt Mansfeld den Aufstieg zum Hüttenmeister, Kaufmann und Ratsherren. Seinem Sohn Martin kann er daher eine erstklassige Ausbildung finanzieren.

1490-1501: Schulbesuch

Von 1490-97 besucht Luther die Mansfelder Stadtschule, anschließend geht er für ein Jahr an die renommierte Magdeburger Domschule. 1498 zieht er weiter nach Eisenach, wo er am Franziskanerstift eine musikalisch-poetische Ausbildung erhält.

1501-1505: Studium der Rechtswissenschaft in Erfurt

Auf Wunsch seines Vaters nimmt Luther ein Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Erfurt auf. Das Grundstudium an der Artistenfakultät, das auf das Hauptstudium vorbereiten soll, schließt er 1505 ab.

1505 (02.07.): Gewittererlebnis bei Stotternheim

1505 (17.07.): Eintritt in das Kloster der Augustiner-Eremiten in Erfurt

Gegen den Wunsch seiner Eltern bricht er das Studium ab und tritt der Erfurter Niederlassung der Augustiner-Eremiten bei. Der Legende nach hatte er zuvor während eines Gewittersturms in Todesangst geschworen, im Falle seiner Errettung Mönch zu werden.

1507 (04.04.): Priesterweihe

Luther in Erfurt zum Priester geweiht und beginnt ein Theologiestudium in Erfurt.

1508: Versetzung in das Wittenberger Augustinerkloster

Fortsetzung des Theologiestudiums, Lehrbeauftragung für Philosophie an der Universität Wittenberg

1509: Rückkehr in das Erfurter Augustinerkloster

1510/1511: Reise nach Rom

Nach heutigem Forschungsstand brach Luther im Spätsommer 1511 im Auftrag seines Ordens und in Begleitung eines älteren Mönches nach Rom auf. Die Romreise war seine längste und weiteste Reise und gilt als eines der Schlüsselerlebnisse im Leben Luthers. Der noch nicht von grundsätzlichen Glaubenszweifeln geplagte Mönch war entsetzt über die Zustände, die ihm in Rom begegneten.

1512: Doktor der Theologie in Wittenberg

Nachdem Luther im Jahr zuvor nach Wittenberg übergesiedelt war, promovierte er dort 1512 zum Doktor der Theologie. Er übernahm als Nachfolger als Nachfolger seines Förderers und Beichtvaters Johann von Staupitz den Lehrstuhl für Bibelauslegung an der Wittenberger Universität und behielt ihn bis an sein Lebensende.

Frühjahr 1513: Turmerlebnis

Nach eigenen Angaben Luthers kommt Luther durch das Studium des sogenannten Römerbriefes zu entscheidenden Erkenntnissen für seine Rechtfertigungslehre, also die Erlangung der Gerechtigkeit allein durch die Gnade Gottes, nicht durch gute Werke.

Um 1514: Der Rat der Stadt Wittenberg beruft Luther zum Prediger an der Stadtkirche.

1517 (31.10.): Thesenanschlag in Wittenberg

Luther wird 1514 als Prediger an die Wittenberger Stadtkirche berufen und sprach sich in Predigten wiederholt gegen den Ablasshandel aus. 1517 veröffentlicht er schließlich seine Erkenntnisse mit dem Thesenanschlag.

1518 (12.10. –14.10.): Augsburger Verhör

Luther wird vom päpstlichen Gesandten Kardinal Cajetan verhört und weigert sich, seine Schriften zu widerrufen. Er wird daraufhin der Ketzerei bezichtigt und flieht zurück nach Wittenberg.

1519 (04.07. –14. 07.): Leipziger Disputation

Als Leipziger Disputation wird ein erbittertes theologisches Streitgespräch zwischen dem katholischen Theologen Johannes Eck und den Vertretern der reformatorischen Bewegung – Martin Luther, Andreas Karlstadt und Philipp Melanchthon – bezeichnet. Aus Rom traf schließlich eine Bannandrohungsbulle ein, die Luther eine Frist von 60 Tagen zur Unterwerfung setzte und im anderenfalls drohte ihm den Kirchenbann

1520 (15.06.): Päpstliche Bannandrohungsbulle gegen Luther

In einer Bannandrohungsbulle Papst Leo X. werden aus dem Zusammenhang gerissene und teilweise verdrehte Sätze Luthers ohne Begründung und Widerlegung verdammt. Luther erhält eine Frist von 60 Tagen zur Unterwerfung, nach der Ablauf der Kirchenausschluss droht.

1520 (10.12.): Luther verbrennt die Bannandrohungsbulle des Papstes und bezeichnet den Papst als „Antichrist“.

1521 (03.01.): Kirchenbann tritt in Kraft

1521 (17.04. –18. 04.):  Wormser Reichstag

Luther verteidigt seine Thesen und verweigert den Widerruf seiner Schriften. Mit dem Wormser Edikt verhängt Kaiser Karl V. die Reichsacht über Luther

1521-22: Luther lebt als Junker Jörg auf der Wartburg

Auf dem Heimweg vom Reichstag wird der Geächtete von Soldaten des Kurfürsten Friedrichs des Weisen „entführt“ und auf die Eisenacher Wartburg gebracht. Dort übersetzt in nur elf Wochen das Neue Testament aus dem Griechischen ins Deutsche. Sein sogenanntes "Septembertestament" von 1522 findet in den reformatorisch gesinnten Gebieten reißenden Absatz und wird dort zum Volksbuch. Heute wird die Bibelübersetzung als wesentlicher Beitrag zur Entwicklung einer einheitlichen deutschen Schriftsprache gewertet.

1522 (06.03.): Rückkehr nach Wittenberg

In einer mehrtägigen Predigtreihe beendet Luther die Unruhen und den Bildersturm in der Stadt Wittenberg.

1525: Heirat mit Katharina von Bora

Katharina von Bora war gemeinsam mit acht weiteren Nonnenim April 1523 aus dem Kloster Nimbschen geflohen und lebte seitdem in Wittenberg. Luther verlobte sich mit ihr am 13. Juni und heiratete sie am 27. Juni 1525. Luther hatte mit ihr drei Töchter und drei Söhne, die alle in Wittenberg geboren wurden.

1529 (19.04.): Protestation zu Speyer

Die evangelischen Reichsstände fordern auf dem Reichstag die Aufhebung der Reichsacht über Martin Luther und die Anerkennung seiner Schriften und Lehre. Der Begriff Protestanten geht zurück auf diese sogenannte „Protestation“ gegen die erneute Inkraftsetzung des Wormser Edikts.

Oktober 1529: Marburger Religionsgespräche

Luther setzt sich mit seinem Schweizer Kontrahenten Ulrich Zwingli über das Verständnis des Abendmahls auseinander. Nach Luthers Ansicht ist Christus im Augenblick der Einsetzung tatsächlich anwesend.

Juni 1530: Reichstag in Augsburg

Anhänger der Reformation bemühen sich um die reichsrechtliche Anerkennung des protestantischen Glaubens. Luther kann wegen über ihn verhängten Reichsacht nicht persönlich teilnehmen.

1534: Herausgabe der vollständigen Bibel in deutscher Übersetzung

1543: Schrift: „Von den Juden und ihren Lügen“

Unter „Lügen“ versteht Luther den jüdischen Glauben. Er verlangt erfolglos von den Fürsten die Unterdrückung und letztlich die Vertreibung aller Juden. Während er zuvor in Schriften wie „Dass Jesus ein geborener Jude sei“ Gewalt gegen Juden ausschloss, werden seine Schriften nun zunehmend feindseliger.

1546 (15.02.): Luthers letzte Predigt in Eisleben

1546 (18.02.):  Tod in Eisleben

Nachdem der Leichnam Luthers zwei Tage in Eisleben aufgebahrt wurde, wird er nach Wittenberg überführt und dort am 22. Februar in der Schlosskirche beigesetzt.

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