Lexikon
Nạssau
ehemaliges deutsches Fürstentum (bis 1866) an der unteren Lahn, dessen Fürsten 1160 den Namen von der Burg Nassau an der Lahn übernommen hatten. Bei der Teilung 1255 begründete Graf Walram II. (* um 1220, † 1280) die walramische Hauptlinie, Otto I. († 1289/90) die ottonische Linie. In der Folgezeit entstanden durch Teilungen neue Linien. Besitzungen in den Niederlanden (Breda 1403) kamen hinzu, 1530 durch Erbschaft das Fürstentum Orange in Südfrankreich; die Nachfolger nahmen den Titel Prinz von Oranien (Linie Nassau-Oranien) an. Wilhelm IV. (* 1711, † 1751) vereinigte alle Besitzungen der nassauisch-ottonischen Linie und wurde 1747 Erbstatthalter der Niederlande. Sein Enkel Wilhelm VI. verlor 1806 alles, weil er sich weigerte, dem Rheinbund beizutreten, wurde aber 1815 als Wilhelm I. König der Niederlande. – Die aus der walramischen Linie stammenden Friedrich August von Nassau-Usingen (* 1738, † 1816) und sein Vetter Friedrich Wilhelm von Nassau-Weilburg (* 1768, † 1816) nahmen 1806 den Herzogtitel an und traten dem Rheinbund bei, 1815 dem Deutschen Bund. Der Enkel des letzteren, Adolf, verlor sein Land 1866 an Preußen und wurde 1890 Großherzog von Luxemburg. Der Mannesstamm der beiden Linien (Niederlande und Luxemburg) ist erloschen.
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