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Christliche Feste: Höhepunkte im Kirchenjahr

Warum wird am 25. Dezember Weihnachten gefeiert?

Seit Anfang des 4. Jahrhunderts feiern die Christen am 25. Dezember die Geburt Jesu. Man vermutet, dass die Kirchenväter dieses Datum wählten, weil die Heiden an diesem Tag das Fest des Sonnengottes Mithras feierten: ein Feiertag, der 274 von Kaiser Aurelian eingeführt worden war und im Volk sehr populär war. Christus war schließlich die »Sonne der Gerechtigkeit« und das »Licht der Welt«. Auch die altrömischen Saturnalien wurden in diesem Zeitraum (am 19. Dezember) gefeiert. Seit dem 4. Jahrhundert wird das Fest der Geburt Christi durch die drei- bis vierwöchige Adventszeit eingeläutet. In der Neuzeit verlagerte sich der Beginn des Weihnachtsfestes auf den Abend des 24. Dezembers.

Was heißt »Epiphanie«?

Der Name des Festtages (6. Januar) ist vom griechischen epiphaneia für »Erscheinung, Offenbarwerden« hergeleitet. Erinnert wird an drei Ereignisse im Leben Jesu, die sich alle an einem 6. Januar zugetragen haben sollen:

Erstens: Die drei Weisen aus dem Morgenland zogen – geleitet durch das Leuchten eines Sterns – nach Bethlehem, dem Geburtsort Christi, und brachten dem Jesuskind in der Krippe Gold, Weihrauch und Myrrhe dar.

Das zweite Ereignis ist die Taufe Jesu durch Johannes den Täufer. Danach soll sich der Himmel geöffnet haben, der Geist Gottes fuhr in Gestalt einer Taube auf Jesus herab, und eine Stimme ertönte: »Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.«

Drittens verwandelte Jesus auf der Hochzeit zu Kanaa Wasser in Wein. Im Johannesevangelium heißt es: »Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat (…), damit offenbarte er seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn.« Bei allen Ereignissen manifestierte sich die Göttlichkeit Christi. Deswegen ist es neben Weihnachten und Ostern eines der bedeutendsten Feste des Christentums.

Woran erinnert die Karwoche?

Die Karwoche, die letzte Woche vor Ostern, beginnt mit dem Palmsonntag, der an den Einzug Jesu in Jerusalem erinnert. Am Gründonnerstag feierte Jesus mit den Aposteln das Letzte Abendmahl. Am Karfreitag wurde er gegeißelt und ans Kreuz geschlagen.

Was bedeutet Ostern?

Ostern ist das älteste und wichtigste Fest der christlichen Kirchen. Die frühen Christen, die das Osterfest bereits seit der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts feierten, gedachten an diesem Tag nicht nur der Auferstehung, sondern auch der Leiden und des Todes Jesu. Der in gesonderte Feiertage gegliederte Osterzyklus mit der vorbereitenden 40-tägigen Fastenzeit setzte sich erst seit dem 4. Jahrhundert durch. Ob sich das Wort »Ostern« von dem Namen der germanischen Frühlingsgöttin »Ostara« oder der englischen Göttin der Morgenröte »Eostre« herleitet, ist umstritten. Das heutige Datum des Osterfestes, der erste Sonntag nach dem Frühlingsvollmond, wurde 325 auf dem Konzil von Nicäa festgelegt.

Wann wird Christi Himmelfahrt gefeiert?

Ursprünglich war Christi Himmelfahrt eingebunden in die Osterwoche, erst seit dem 4. Jahrhundert wird dieses Fest 40 Tage nach Ostern gefeiert. Laut Apostelgeschichte und Lukasevangelium fuhr der von den Toten Auferstandene an diesem Tag vor den Augen der Apostel zum Himmel auf, nicht ohne ihnen zuvor die baldige Ankunft des Heiligen Geistes (Pfingsten) anzukündigen.

Was geschah an Pfingsten?

Gott sandte den Aposteln den Heiligen Geist. Erst Ende des 4. Jahrhunderts begann man, dieses Pfingstwunder als Kern dieses Festtages zu betrachten. »Pfingsten« leitet sich vom griechischen pentecosta (»fünfzigster Tag«) her. In der Apostelgeschichte heißt es, dass am 50. Tag nach Ostern der Heilige Geist in Form von Feuer auf die Apostel niedergegangen sei und sie befähigt habe, in fremden »Zungen« zu reden. Die Apostel sollen so in ihrer Sendung bestärkt worden sein und noch am selben Tag 3000 Menschen getauft haben. Das Pfingstfest gilt als »Geburtstag« der Kirche, als Aufbruch der neuen Christusgemeinde.

Wussten Sie, dass …

der 6. Januar im Westen immer mehr zum Dreikönigstag wurde, seit 1164 die Gebeine der Heiligen Drei Könige nach Köln überführt wurden?

der Vorläufer von Ostern das jüdische Pessachfest ist, für das ein Lamm geschlachtet wird und bei dem des Auszugs des Volkes Israel aus Ägypten gedacht wird?

erst seit Ende des 19. Jahrhunderts an Christi Himmelfahrt auch der Vatertag gefeiert wird?

Welche Marienfeiertage gibt es?

Mariä Himmelfahrt: Die Ostkirche feierte bereits im 5. Jahrhundert am 15. August den Tod Marias, im 8. Jahrhundert wurde daraus die »Himmelfahrt«. Für diese »Himmelfahrt« gibt es keine »Augenzeugenberichte« wie bei Jesus. Doch Papst Pius XII. erhob 1950 Mariä Himmelfahrt zum Dogma.

Mariä Unbefleckte Empfängnis (8. Dezember): Der Festtag zu Ehren der Jungfrau und Gottesmutter Maria, die ohne Erbsünde empfangen wurde, ist seit dem 10. Jahrhundert nachweisbar. Maria gilt als der einzige Mensch, der frei vom Makel der Erbsünde ist. 1854 wurde das Dogma von Papst Pius IX. zur göttlichen Offenbarung – zum für alle Katholiken verbindlichen Glaubenssatz – erklärt.

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