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Der kleine, aber bedeutende Unterschied

Der kleine, aber bedeutende Unterschied und wie man damit umgehen sollte

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Seit Jahren und Jahrzehnten - wenn nicht gar länger - fragen sich Männer und Frauen, ob sie überhaupt kompatibel sind. Getreu dem Spruch, Männer seien vom Mars und Frauen von der Venus, kommt uns das Verhalten des anderen Geschlechts tatsächlich oft rätselhaft vor.
Sind wir denn wirklich so verschieden? Die Wissenschaft sagt dazu ganz klar "ja"! Bezeichnenderweise haben die Forscher - darunter Naturwissenschaftler, Psychologen und Soziologen - ausgerechnet in einer Zeit, in der die Menschen mehr und mehr das "Gleichsein" und die Gleichberechtigung unter den Geschlechtern einfordern, eindeutige Beweise für diese Tatsache gefunden. Sie stellten fest, dass sich die Gehirne von Männern und Frauen in einigen Punkten grundlegend unterscheiden. So erklärt sich, dass die beiden Geschlechter unterschiedliche Fähigkeiten, Verhaltensweisen und Wertvorstellungen an den Tag legen. Hierin mag auch die Quelle für viele Auseinandersetzungen zwischen Mann und Frau liegen.

Bereits seit der Steinzeit sind Frauen und Männer unterschiedlich gepolt

Das Gehirn von Frauen weist deutlich mehr Verbindungen zwischen linker und rechter Gehirnhälfte auf, als das der Männer. Daher rührt es unter anderem, dass Frauen weitaus vernetzter denken und mehrere Dinge gleichzeitig tun können, wohingegen Männer oft schon den Fernseher ausschalten müssen, um in Ruhe zu telefonieren, oder das Autoradio ausschalten, um eine Straßenkarte lesen zu können. Frauen dagegen können kochen, Radio hören und sich gleichzeitig noch mit einem ihrer Kinder unterhalten. Dass sich unsere Gehirne derart unterschiedlich entwickelt haben, rührt daher, dass Männer früher Jäger waren und Frauen zu Hause Heim und Kinder versorgten. Dies forderte unterschiedliche Fähigkeiten: Der Mann musste gut sehen können, um bei der Jagd sein Ziel sauber anzuvisieren, während die Frau auf jede kleine Gemütsregung oder Details ihrer Umgebung achten musste, um sowohl ihr Heim vor Eindringlingen zu schützen als auch für das Wohlbefinden ihrer Familie zu sorgen. In die heutige Zeit übertragen bedeutet dies, dass Frauen die sprichwörtliche "weibliche Intuition" besitzen, aufgrund der sie unscheinbarste Veränderungen sofort wahrnehmen und meist treffsicher einordnen. Und auch das kennen Sie: Oft finden Frauen verlegte Schlüssel oder Portemonnaies ihres Partners an den unmöglichsten oder auch offensichtlichsten Stellen wieder, und zwar auf Anhieb, wogegen er aufgrund seines von Natur aus begrenzteren Blickfelds den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht.

Warum Frauen keine Landkarten lesen können

Diese unterschiedlichen Gehirnstrukturen sind uns bis heute erhalten geblieben. Männer haben im Gegensatz zu Frauen beispielsweise ein wesentlich besseres räumliches Vorstellungsvermögen. Ein besonderer Bereich ihrer rechten Gehirnhälfte stattet sie mit einem guten Orientierungssinn und besonderen mathematische Fähigkeiten aus. Dies erlaubt ihnen, z.B. Straßen- und Stadtpläne schnell zu erfassen. Nicht wenige Männer wundern sich oder regen sich darüber auf, wenn ihre Partnerin auf dem Beifahrersitz den Stadtplan in alle Richtungen dreht, um sie der jeweiligen Fahrtrichtung anzupassen. Für Frauen ist dieses Verhalten völlig logisch, denn nur so können die meisten von ihnen den Plan richtig lesen. Männer hingegen finden das seltsam, denn aufgrund ihres guten räumlichen Vorstellungsvermögens können sie leicht jede Karte auf die gegebene Örtlichkeit übertragen, so dass sie auch ohne Drehung der Karte beim Fahren wissen, wo sie entlang müssen. Haben Sie sich darüber mit Ihrem Partner auch schon des öfteren in die Haare gekriegt? Dann machen Sie das nächste Mal doch einfach aus, dass er sich die Karte vorher genau ansieht und Sie ihn dafür während der Fahrt auf nette Sehenswürdigkeiten am Straßenrand aufmerksam machen, die er sonst vielleicht übersehen würde. So wird die Fahrt sicherlich für Sie beide vergnüglicher.

"Schatz, Du redest heute aber wieder viel...!"

Ein weiterer interessanter Unterschied unserer Gehirnstrukturen ist die sprachliche Begabung. Frauen sind mehr als Männer sprachlich orientiert. Auch dies ist in einem bestimmten Hirnareal festgelegt. Männern hingegen fehlt dieser Bereich - bei ihnen wird die ganze linke Gehirnhälfte beansprucht, wenn sie reden. Da diese aber auch noch für viele andere Dinge zuständig ist, fällt es ihnen schwer, neben dem Reden weitere Dinge zu tun. Männer benutzen das Sprechen daher meist, um Informationen zu erfragen oder weiterzugeben. Aufgrund der jahrhundertelangen Zuständigkeit der Frauen für die sozialen Beziehungen benutzen Frauen die Sprache heute noch, um sich auszutauschen, gesellschaftliche Kontakte zu pflegen und um besser mit Stress umzugehen. Frauen geben daher pro Tag ca. dreimal so viele Wörter und kommunikative Gesten von sich als Männer.
Aus diesem Umstand können auch Missverständnisse entstehen. Wenn die Frau ihrem Partner das Herz ausschüttet, wartet dieser daraufhin oft gleich mit klugen Ratschlägen auf. Meist steht er dann ganz verdattert da und versteht nicht, warum sie sich aufregt und ihm - zu allem Überfluss - womöglich auch noch an den Kopf wirft, er habe ja üüüüüberhaupt kein Verständnis für sie. Um diese fast alltägliche Konfliktsituation zu vermeiden, sollten Männer lernen, dass es Frauen in diesen Situationen tatsächlich nur um das Reden geht. Außerdem ist dies für Frauen aufgrund ihrer Veranlagung meist der einzig wahre Weg, ihre Probleme zu äußern und loszuwerden - sie will sie sich einfach von der Seele reden. Männer können also erleichtert aufatmen: Sie sollen gar nicht antworten, es sei denn, die Partnerin signalisiert es ihnen. Beschränken Sie sich also aufs Zuhören. Ihre Partnerin wird sich glücklich schätzen und sich befreiter fühlen, wenn Sie sich erst mal alles von der Seele geredet hat. Im Gegenzug sollten Frauen verstehen, dass ein Mann ihr Reden über Probleme automatisch als eine Bitte um Hilfe auffasst. Das wiederum liegt an seiner analytischen Denkstruktur.

Die Größe des Gehirns ist nicht von Bedeutung

Ein kleiner Seitenhieb an alle Machos: Es stimmt zwar, dass das männliche Gehirn größer und schwerer ist als das weibliche. Wissenschaftliche Untersuchungen der letzten Jahren haben aber immer wieder bestätigt, dass Frauen bei der allgemeinen Intelligenz im Durchschnitt um drei Prozent besser abschnitten als ihre männlichen Artgenossen.

Gefühle - Macht hier das X-Chromosom den Unterschied?

Wie kommt es überhaupt, dass Mann und Frau so unterschiedlich sind?
Bereits in frühester Kindheit spielen viele Jungen lieber mit Miniaturpanzern, Autos und Robotern oder kämpfen und raufen miteinander, während Mädchen sich meist als die sanfteren Gemüter zu erkennen geben. Im Jahre 1997 gelang britischen Forschern erstmals der Beweis, dass Frauen tatsächlich über ein angeborenes Einfühlungsvermögen verfügen, wogegen Männer sich dieses im Laufe ihrer Entwicklung erst mühsam aneignen müssen. Ironischerweise ist dafür ausgerechnet das vom Vater auf die Tochter vererbte X-Chromosom verantwortlich. Denn nur dieses Chromosom enthält das Gen, das dazu befähigt, Gefühle bei anderen Menschen zu erahnen und darauf einzugehen. Damit es seine Wirkung entfalten kann, muss es sich mit dem X-Chromosom der Mutter vermischen. Da Väter ihren Söhnen nur das Y-Chromosom weitergeben, kann sich dieses "Einfühlungsgen" also nicht ausprägen. Die Fähigkeit, dass Frauen so empfänglich für Stimmungen anderer sind, ist demnach also genetisch bedingt und eine rein weibliche Eigenschaft. Da Männern dieses Feingefühl fehlt - auch in Bezug auf ihr eigenes Verhalten gegenüber anderen - führen sie sich in der Tat (und wie von Frauen gerne schmunzelnd bezeichnet) manchmal wie der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen auf.
Durch diese neueren Erkenntnisse weiß man heute, wie wichtig es ist, dass Eltern ihren Söhnen frühzeitig soziale Fertigkeiten vermitteln.

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