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Der Tod des Studenten Benno Ohnesorg

In Berlin wird bei einem Polizeieinsatz gegen Anti-Schah-Demonstranten der Student Benno Ohnesorg am 2. Juni 1967 tödlich von einer Kugel in den Hinterkopf getroffen. Der 40-jährige Polizeiobermeister Karl Heinz Kurras behauptet, dass er in Notwehr von der Schusswaffe Gebrauch gemacht habe.
Ute Becker, wissen.de

Seit dem 27. Mai halten sich der Schah von Persien, Mohammed Riza Pahlewi, und seine Frau Farah Diba zu einem Staatsbesuch in der Bundesrepublik auf. Zu einer ersten schweren Auseinandersetzung zwischen Anti-Schah-Demonstranten, treuen "Jubelpersern" - bestellte und bezahlte Schahanhänger - und der Polizei kommt es am Mittag vor dem Schöneberger Rathaus, als der Schah zu einer Visite erscheint. Die Perser, von denen ein Teil dem iranischen Geheimdienst SAVAK angehört, schlagen mit Stahlruten und Holzlatten vor den Augen der Polizei auf die Demonstranten ein. Diese Persergruppe findet sich auch am Abend vor der Deutschen Oper ein, wo das Herrscherpaar einer Festaufführung beiwohnt. Rund 800 Demonstranten geben ihrem Protest gegen das diktatorische Regime des Schahs bei der abendlichen Auffahrt der Prominenz Ausdruck. Als sich die Türen der Oper um kurz vor 20h schließen, wird per Lautsprecher die Falschmeldung durchgegeben, dass ein Polizist von Demonstranten erstochen worden sei. Ohne Warnung beginnen die Polizisten wahllos auf Demonstranten und Schaulustige einzuschlagen. Nach wenigen Minuten gibt es bereits die ersten Verletzten. Panik bricht aus, in der Benno Ohnesorg in einen Hinterhof nahe der Oper flieht - von Polizeiknüppeln verletzt - passiv und wehrlos in einer Traube von Polizisten. Im Krankenhaus Berlin-Moabit erliegt er seinen Verletzungen.

 

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