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Ein Gipfel für die Meere: Die erste UN-Ozeankonferenz

Plastikmüll, Überfischung und Klimawandel: Die Meere unseres blauen Planeten sind in einem desolaten Zustand. Um dies zu ändern, findet in diesen Tagen die erste UN-Ozeankonferenz der Geschichte statt. Vertreter aus über 150 Nationen beraten in New York darüber, wie man die Zerstörung der Meeresumwelt aufhalten kann.
NPO, 08.06.2017

Offizielles Poster zur UN-Ozeankonferenz

United Nations

Zwei Drittel unserer Erde sind von Ozeanen bedeckt – Meere sind der größte Lebensraum auf unserem Planeten. Von den wimmelnden Korallenriffen der Tropen über die dramatischen Schluchten der Kontinentalränder bis hin zur geheimnisvollen und weitgehend unterforschten Tiefsee reicht das Spektrum ganz unterschiedlicher Lebenswelten unter Wasser. In der blauen Tiefe entwickelte sich über Milliarden Jahre hinweg das erste Leben unseres Planeten, bevor es dann auch die Landflächen eroberte.

Säckeweise Müll kam in Kenia bei einer Strand-Aufräumaktion zusammen.

United Nations

Vermüllt, überhitzt und leergefischt

Doch diese einzigartige Welt ist bedroht. Der Klimawandel lässt die Meere zunehmend wärmer und saurer werden. Als Folge sterben immer mehr Korallen und viele Fische und andere Meerestiere wandern aus zu warmen Gebieten ab. Der Mensch sorgt mit seinem Hunger nach Fisch zudem dafür, dass rund ein Drittel aller weltweiten Fischbestände akut überfischt sind.

Besonders dramatisch aber ist die Verschmutzung und Vermüllung der Ozeane: Mehr als fünf Billionen Plastikteile schwimmen schon jetzt in den Weltmeeren. Das Spektrum reicht dabei von Plastiktüten und PET-Flaschen über Kunststoffteile von Fischernetzen bis hin zu Unmengen winziger Mikroplastik-Partikel.

Und es wird immer mehr: Jedes Jahr gelangen von den Küsten rund acht Millionen Tonnen zusätzlicher Plastikmüll ins Meer. Selbst in den entlegensten Gebieten des Ozeans – in der arktischen Tiefsee oder an den Küsten unbewohnter Inseln mitten im Pazifik, sammelt sich der Abfall unserer Zivilisation. Forscher schätzen, dass im Jahr 2050 mehr Plastik als Fisch in den Meeren schwimmen könnte.

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