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"Gier, Ehre, Liebe und das Streben nach Macht"

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Sie sind bekannt als der kreative Kopf hinter der „Baphomets Fluch“-Serie. Wird es Ähnlichkeiten zwischen „Baphomets Fluch“ und „The Da Vinci Code“ geben?

Beide Spiele haben einige historische Hintergründe gemeinsam. Die Geschichte und die Locations sind aber sehr unterschiedlich. Diese Unterschiede werden umso größer in Sachen Gameplay. Beide Spiele sehen recht unterschiedlich aus und auch das Spielgefühl ist ein anderes.

Dieses Projekt ist ihre erste Auftragsarbeit. Wie kam es dazu, dass sie in dieses Spiel involviert sind?

2K Games bat mich um meine Mitarbeit. Ich fühlte mich sehr geehrt – bei „The Da Vinci Code / Sakrileg“ handelt es sich um ein außergewöhnliches Phänomen. Angesichts dessen, was ich bisher gesehen habe, wird der Film auch ganz fantastisch. Ich bin fasziniert von den Tatsachen und Mythen, um die es bei „The Da Vinci Code / Sakrileg“ geht und bekanntermaßen habe ich eine beachtliche Erfahrung im Schreiben von Adventures!

 

Welches persönliche Interesse haben sie an den Geschichten um den heiligen Gral und den Legenden um die Tempelritter?

Ich habe ein enormes Interesse an den Mythen um den Gral und die Templer, genauso wie Millionen anderer Menschen auch. Diese Mythen liefern eine hervorragende Grundlage für eine Geschichte, denn ihre Epoche steht für menschliche Grundbedürfnisse und Werte - gute wie schlechte - wie Gier, Ehre, Liebe, das Streben nach Macht, die Bereitschaft für das zu sterben, woran man glaubt. Diese Bedürfnisse und Werte werden vor dem Hintergrund einer verschwommenen Wahrnehmung von Wirklichkeit und - durch Intrigen und Verschwörungen beeinflussten - Fiktion, der Dualität von Gut und Böse und der Widersprüche und Gewissheiten von richtig und falsch ausgelebt. Der Grund, dass diese Epoche der Geschichte viele Menschen so sehr berührt, liegt darin, dass deren Ereignisse sich bis in unsere Zeit auswirken. Und genau diese Stimmung haben das Buch und der Film ganz wundervoll aufgegriffen.

 

In vielerlei Hinsicht spiegelt das Schicksal der Katharer in der Languedoc den Zeitgeist und die Politik dieser Zeit wieder – und natürlich ist die Geschichte der Katharer eng verbunden mit der Grals-Mythologie. Ich kann nur jedem, der sich mit diesem Thema beschäftigt, empfehlen, die Katharer-Burgen in den Ausläufern der Pyrenäen zu besichtigen. Diese Burgen sind außergewöhnlich, wenn man sie in Ruhe besichtigt - bevor die vielen Touristen kommen. Man verspürt dort eine Art mystischer Energie. Meiner Meinung nach ist altes, geheimes Wissen verlorengegangen und diese Epoche bietet sich an, um nach Hinweisen dieses Wissens zu suchen.

Inwieweit haben sie am Design des Spiels mitgewirkt?

Meine Hauptaufgaben lagen vor allem in der frühen Phase des Projekts. Ich sollte das Skript für das Spiel schreiben und anspruchsvolle Rätsel designen. Des Weiteren habe ich zusammen mit The Collective das Konzept für das Gameplay entwickelt.

 

Die Herausforderung bestand darin, eine Geschichte innerhalb einer bereits existierenden Geschichte zu schreiben. Zum einen muss man sich am Film orientieren, um den Zusammenhang herzustellen. Zum anderen muss man sich weit genug vom Film entfernen, um dem Spieler ein anderes Erlebnis zu liefern. Das bedarf viel Fingerspitzengefühls. Ich habe das so gelöst, dass die Ausgangssituation der Charaktere im Spiel die gleiche ist wie im Film. Allerdings führen kleine Unterschiede den Spieler auf eine andere Fährte – so meint man, die Geschichte wäre dieselbe – ist sie aber nicht!

 

Der Spieler wird in der Lage sein, Orte zu besuchen, die im Film zwar angesprochen, aber nie gezeigt werden. Ähnlich verhält es sich mit Personen. Im Film nur erwähnte Personen begegnen dem Spieler im Spiel. Wir gingen sehr behutsam vor, um sicherzustellen, dass diese Weiterführungen der Geschichte in die Gesamtheit des Films weiterhin hineinpassen. Nach der Zeit, in der ich mich sehr intensiv mit dem Projekt beschäftigt habe, hat The Collective das Ruder für die weitere Gestaltung übernommen. Die wunderschöne Grafikgestaltung und die Komplettierung des Gameplays ist ihr Verdienst.

Wie sieht ihre Zeiteinteilung in Bezug auf ihre eigenen Projekte und dem „Da Vinci Code“ Videospiel aus?

Der weitaus größte Teil meiner Mitwirkung fand in den frühen Phasen statt. Glücklicherweise war das eine Zeit in der Entwicklung von „Baphomets Fluch 4“, bei der ich nicht viel zu tun hatte. Bei „Da Vinci Code“ habe ich im Moment die Aufgabe sicherzustellen, dass in der Endphase des Projektes alles glatt läuft.

Haben sie mit den Filme-Machern zusammengearbeitet? Hatten sie Gelegenheit Ron Howard zu treffen? Oder Dan Brown? Falls ja, wie stellte sich diese Zusammenarbeit dar?

Die Film-Macher haben uns sehr gut unterstützt – sowohl Sony Pictures als auch Imagine Entertainment. Wir konnten uns mehrmals mit Ron Howard treffen und er hatte ein paar sehr gute Ideen, um sicherzustellen, dass sich das Spiel wie ein authentischer Teil des Filmerlebnisses anfühlt.

 

Waren sie jemals im Vatikan oder an einem der anderen Orte aus dem Buch?

Ich hatte schon mehrfach die Gelegenheit, den Vatikan zu besuchen und ich kenne Paris und London sehr gut. Ich bin in London geboren und aufgewachsen. Schon seit meiner Kindheit besuche ich Paris regelmäßig – es ist eine wirklich wundervolle Stadt.

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