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Irrtum der Technik: Flugzeuge

Die These: Flugzeuge lassen überflüssiges Kerosin im Bereich der Anflugschneise ab.

Alexander Stahr

Bei Langstreckenjets wie der Boeing 747 oder dem Airbus A340 ist das Startgewicht in voll getanktem Zustand höher als das zulässige Landegewicht. Daher besitzen diese Flugzeugtypen entsprechende Ablassventile für Kerosin. Wenn kurz nach dem Start ein Notfall eintritt, der eine Rückkehr zum Ausgangsflughafen erforderlich macht, leiten die Fluglotsen den Jet über unbewohntes Gebiet.

Der Pilot lässt dort in vier bis acht Kilometern Höhe das Kerosin ab, um das zulässige Landegewicht zu erreichen. Der Treibstoff wird dabei in feinste Tröpfchen verwirbelt. Maximal acht Prozent des Kerosins kommen schließlich am Boden an. Der Rest verdampft und wird früher oder später durch das Sonnenlicht zersetzt.

„Fuel dump“ heißt diese im Grunde genommen recht seltene Maßnahme in der Fliegersprache. Im Jahr 2002 beispielsweise mussten im deutschen Luftraum lediglich 34 Piloten zu dieser Notmaßnahme greifen. Rund die Hälfte von ihnen saß dabei im Cockpit einer Militärmaschine.

In der Anflugschneise eines Flughafens besteht somit keine Gefahr, durch die gesundheitsschädlichen Substanzen im Flugzeugtreibstoff längerfristig zu erkranken.

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