Kerzen, Punsch & Co: Heiße Gefahren für Kinder
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Kerzen, Punsch & Co: Heiße Gefahren für Kinder

Foto: Foto: LeFagnard, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Weihnachtszeit ist Verbrennungszeit: Adventskerzen, Kaminfeuer und heiße Getränke sind für Kinder potenzielle Gefahrenquellen. Schnell haben sie sich in einem unachtsamen Moment daran verbrüht oder verbrannt. Wie aber sollten Eltern im Notfall reagieren? Und wie lassen sich solche Unfälle am besten vermeiden?

Wenn Kerzen am Adventskranz und Christbaum die Wohnung in ein festliches Licht tauchen, der verlockende Duft von frischgebackenen Plätzchen durch das Haus zieht und süße Getränke wie Kakao oder Punsch verheißungsvoll in den Töpfen köcheln, kommt Zuhause so richtig heimelige Weihnachtsstimmung auf. Gerade für Kinder ist diese Zeit wohl eine der schönsten des Jahres - aber leider auch eine der gefährlichsten.

Vor allem Brandverletzungen haben im Winter Hochkonjunktur. Denn Kerzen und Heißgetränke schaffen nicht nur eine gemütliche Atmosphäre. Kinder können sich an ihnen auch verbrennen oder verbrühen - und zwar schneller als viele Eltern vielleicht denken. Denn während 52 Grad einem Erwachsenen beim Trinken eines Tees oder Glühweins im Regelfall nicht besonders heiß erscheinen, kann schon diese Temperatur die viel anfälligere Kinderhaut stark schädigen.

Schon eine Tasse Tee kann fatal sein

Bereits der Inhalt einer Tasse mit heißer Flüssigkeit reicht Medizinern zufolge aus, um bei Kleinkindern eine Verbrennung oder Verbrühung von rund 30 Prozent der Körperoberfläche zu verursachen. Doch schon fünfzehn Prozent Hautverbrennung kann für ein Kind lebensgefährlich werden. Auch, wenn keine akute Lebensgefahr besteht, sind die Folgen oft gravierend: große Schmerzen, langwierige Behandlungen und lebenslang sichtbare Narben.

Mehr als 30.000 Kinder müssen in Deutschland jedes Jahr wegen Brandverletzungen ärztlich versorgt werden. "Betroffen sind häufig Gesicht, Hände, Füße oder auch die Genitalien", sagt Doris Henne-Bruns vom Universitätsklinikum Ulm. "Die Kinder müssen oft jahrelang Kompressionswäsche tragen und dürfen sich keinem direkten Sonnenlicht aussetzen."

Erste Hilfe im Notfall

Damit die Kinderhaut sich so gut wie möglich von einer Verletzung erholen kann, kommt es im Notfall auf schnelles Reagieren an: "Wenn Ihr Kind sich verbrüht oder verbrannt hat, ist es wichtig, die Haut sofort 20 Minuten lang mit etwa 20 Grad kaltem Wasser zu kühlen", rät Regina Gems, Leiterin der Verbrennungssprechstunde für Kinder am Universitätsklinikum Ulm.

Nach dieser Erstversorgung sollten Eltern ihre Kinder unbedingt in eine Klinik oder Praxis fahren - auch, wenn die Verbrennung auf den ersten Blick nicht so schlimm aussieht: "Es ist wichtig, dass Sie einen Arzt aufsuchen, denn häufig ist das Ausmaß einer Verletzung nicht gleich sichtbar", sagt Gems. Besonders bei größeren Verletzungen gilt es außerdem, keine Zeit zu verlieren. In diesem Fall rufen Eltern am besten den Rettungsdienst.

Viele Unfälle sind vermeidbar

Besser ist natürlich, es kommt erst gar nicht soweit. Viele Alltagsunfälle lassen sich durch einfache Sicherheitsmaßnahmen vermeiden. Dazu gehört, dass Gefäße mit heißen Flüssigkeiten immer außer Reichweite von Kindern abgestellt werden sollten. Tipp: Auf Tischdecken verzichten, denn wenn der Nachwuchs sich daran hochzieht, rutscht die Kanne mit Tee schnell herunter.

Bei Kerzen gilt: Sie sollten immer nur in Gegenwart von Erwachsenen angezündet und nie unbeaufsichtigt gelassen werden. Feuerzeuge und Streichhölzer gehören an einen für Kinder unerreichbaren Ort. Beim Backen und Kochen in der Küche können spezielle Herdgitter schützen. Und zu guter Letzt hilft es, wenn Erwachsene ein gutes Vorbild sind. Sind Eltern und Verwandte im Umgang mit Feuer, Kochplatte & Co vorsichtig, lernen auch Kinder besser den richtigen Umgang damit.

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