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LEXIKON

Bei Khublai-Khan zu Tisch

Bei Khublai-Khan zu Tisch
Über das Leben am Hofe des Großkhans Khublai Khan in Peking berichtet Marco Polo:

... Die Tafel im Speisesaal ist erhöht aufgestellt. Das eine Ende zeigt nach Norden, das andere nach Süden. Die erste der [vier] Frauen des Khan sitzt zur Linken neben ihm. Auf der rechten Seite, etwas weiter unten, nehmen die Söhne und Verwandten des Herrschers Platz. Noch weiter unten auf der rechten Seite sitzen die Würdenträger und hohen Beamten. Die linke Tafelseite ist den Frauen vorbehalten. Zuerst kommen die Töchter, Enkelinnen und Verwandten, dann, noch weiter unten, die Frauen der Würdenträger und der hohen Beamten. An den Tagen, an denen Hof gehalten wird, sind es zusammen sechstausend Gäste des Herrschers. Außerhalb des Saales aber können noch weitere 40 000 Gäste am Mahle teilnehmen.
Ein großer goldener Krug mit bestem Wein steht bereit, daneben befinden sich zwei kleinere Krüge mit anderen Getränken. Aus diesen Krügen schöpfen die Gäste mit goldenen Bechern. Man kann sich überhaupt nicht vorstellen, wieviel goldenes und silbernes Tafelgeschirr der Khan besitzt.
Bei Tisch wird der Khan von vornehmen Würdenträgern bedient, die Mund und Nase mit schönen Seidentüchern verhüllt haben, damit ihr Atem nicht die Speisen des Herrschers verunreinigt. Wenn der Khan den Becher in die Hand nimmt, um zu trinken, wird ein Tusch geblasen. Dann werfen sich die Gäste demütig auf die Knie, bis der Herrscher getrunken hat. Wenn der Khan gespeist hat, werden alle Gaukler und Artisten in den Saal eingelassen, die ihre unterhaltsamen Spiele und akrobatischen Kunststücke zeigen. Schließlich gehen alle nach Hause.
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