Lexikon
Blatt
Botanik
neben Stängel und Wurzel das Hauptorgan der höheren Pflanzen (Kormophyten), das der Assimilation, dem Gaswechsel und der Transpiration dient. Die ersten Blätter der jungen Pflanze sind die Keimblätter; auf diese folgen entweder farblose oder grüne Schuppen (Niederblätter) oder sofort die Laubblätter; zur Blütenregion hin können besondere Deckblätter für Blüten oder Blütenstände (Hochblätter) folgen. Das typische Laubblatt gliedert sich in die dünne, flächige, grüne Blattspreite (Lamina), den Blattstiel und den Blattgrund, der als stängelumgreifende Blattscheide ausgebildet sein kann oder Nebenblätter trägt.
Äußerer Bau
Blatt: Ränder, Teilung, Stellung
Blatt: Ränder, Teilung, Stellung
© wissenmedia
Blatt: Formen
Blatt: Formen
© wissenmedia
Innerer Bau
Laubblätter werden auf beiden Seiten von einer meist einschichtigen Zellhaut (Epidermis) umschlossen, die auf der Blattoberseite von einem dünnen Häutchen (Kutikula) bedeckt ist. Das Blattinnengewebe (Mesophyll) wird von zwei asymmetrisch aufgebauten Zellschichten gebildet, in denen die Photosynthese stattfindet. In der oberen Blattschicht befindet sich das aus säulenförmigen Zellen zusammengesetzte Palisadenparenchym, welches 80% der Chloroplasten (Plastiden) enthält sowie Zellzwischenräume (Interzellularen) zur Durchlüftung des Gewebes. Darunter liegt das aus unregelmäßig geformten Zellen aufgebaute Schwammparenchym mit großen Interzellularen, die über Poren (Spaltöffnungen) auf der Blattunterseite mit der Außenluft in Verbindung stehen. Zwischen dem Palisaden- und dem Schwammparenchym verlaufen die Blattadern (Leitbündel), die der Verteilung von Wasser und Nährsalzen und dem Abtransport der gebildeten Photosyntheseprodukte (Kohlenhydrate) dienen.
Bei den meisten Holzgewächsen haben die Blätter eine begrenzte Lebensdauer. Sie fallen am Ende der Vegetationsperiode ab (Blattfall) und hinterlassen Blattnarben.
Kontext
Wissenschaft
Neues Recycling-Verfahren für Kunststoffe
Mit einer neuen Methode ist es Forschenden gelungen, im Labormaßstab die beiden am häufigsten eingesetzten Kunststoffe Polyethylen und Polypropylen effektiv chemisch zu recyclen. Erzeugt werden dabei die Gase Propylen und Isobutylen, die wiederum als Ausgangsstoffe für neue Plastikprodukte dienen können. Bevor das Verfahren...
Wissenschaft
»Von der Petrischale bis zum Acker«
Mikroplastik, Lärmverschmutzung, Trockenstress: Im Interview erzählt Matthias Rillig, wie er die Auswirkungen des globalen Umweltwandels auf unsere Böden erforscht. Das Gespräch führte SALOME BERBLINGER Herr Prof. Rillig, was verstehen Sie unter den sogenannten Global-Change-Faktoren? Es gibt drei Kriterien: Diese Faktoren sind...