Lexikon
Buch
gebundenes oder geheftetes Druckwerk größeren Umfangs; auch der in dieser Form veröffentlichte Text. Das Buch ist das Leitmedium schriftlicher Kultur und dient der Aufzeichnung, Bewahrung und Weitergabe geistiger Inhalte.
Das deutsche Wort Buch leitet sich von den Buchenholztafeln her, die in germanischer Zeit als Beschreibstoff benutzt wurden (seit dem 6. Jahrhundert belegt). – Die ältesten Vorläufer des Buches waren die sumerischen Tontafeln (um 3000 v. Chr.). Nach Erfindung des Papyrus (Beschreibstoff aus der Papyrusstaude) im alten Ägypten wurden daraus Buchrollen hergestellt. Mit der Verwendung von Pergament als Beschreibstoff (zuerst auch noch Papyrus) entstand ab dem 2. Jahrhundert die viereckige Buchform (Codex). Im 8. Jahrhundert gelangte Papier aus China über arabische Vermittlung nach Europa; seitdem im 13. Jahrhundert Techniken zur billigeren Papierherstellung erfunden wurden, verdrängte es in zunehmendem Maße das Pergament. Charakteristisch ist für das Buch, dass die Lagen des Beschreibstoffes gefaltet und dann beschrieben (später bedruckt), zusammengeheftet oder auf andere Art zusammengefügt (Klebebindung) werden. Dieser Buchblock wird mit einem (Buch-)Einband versehen. Diese Buchform blieb in ihren Grundzügen bis heute bestehen.
Gilgamesch-Epos
Gilgamesch-Epos
Auf der Grundlage älterer sumerischer und akkadischer
Überlieferungen entstand um 1200 v. Chr. das babylonische Heldenepos
über Gilgamesch, den König von Uruk.
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Codex: Vergilius Romanus
Blatt des Vergilius Romanus
Codex: Blatt des Vergilius Romanus; spätes 5 Jahrhundert; Rom, Biblioteca Vaticana
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Buch- und Schriftsatzteile
Buch- und Schriftsatzteile
© wissenmedia
Einen tiefen Einschnitt in der Geschichte des Buches bedeutet die Erfindung des Buchdrucks durch J. Gutenberg (Mitte 15. Jahrhundert). Hierdurch wurde es möglich, größere weithin textidentische Auflagen eines Werkes herzustellen, zuerst wohl 200–300 Exemplare, bald auch wesentlich mehr (Inkunabeln). Erst seit etwa 1680–1690 wurden auf der Leipziger Buchmesse mehr deutsche als lateinische Bücher angeboten, womit immer mehr Buchabnehmer erreicht wurden. Durch Einführung industrieller Techniken ließ sich die Buchherstellung im 19. und 20. Jahrhundert weiter beschleunigen (Schnellpresse, Rotationsdruck, maschinell hergestellte Einbände, moderne Reproduktionsverfahren, Fotosatz), so dass das Buch zu einem Konsumartikel werden konnte. Mit dem seit Mitte der 1990er Jahre aufgekommenen Print-on-Demand-Verfahren (PoD) lassen sich Bücher nach Bedarf in Einzelauflagen herstellen. Neue Formen medialer Darbietung und Rezeption von traditionellen Buchinhalten bieten das elektronische Buch (E-Book) und das Hörbuch.
Buchformate
| Bezeichnung | Blätter | Seiten |
| Folio (2°) | 2 | 4 |
| Quarto (4°) | 4 | 8 |
| Oktav (8°) | 8 | 16 |
| Duodez (12°) | 12 | 24 |
| Sedez (16°) | 16 | 32 |
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