Lexikon

byzantịnische Kunst

Baukunst

Die sich im 5. Jahrhundert vorbereitende Verschmelzung von frühchristlicher Basilika und kuppelgewölbtem Zentralbau zum Typus der Kuppelbasilika wurde grundlegend für die Entwicklung der byzantinischen Kirchenarchitektur. Erstes großes Beispiel einer Kuppelbasilika ist die 532–537 errichtete Hagia Sophia. Im 6. Jahrhundert entstanden neben einfachen Basiliken und Zentralbauten mit Umgang und Emporen (Konstantinopel, Hagios Sergios und Bakchos, 527–536; Ravenna, S. Vitale, vollendet um 545) aber auch kreuzförmige Kuppelkirchen. Die konstruktiven Teile des Innenraums wurden durch Mosaik- und Inkrustationsschmuck verborgen. Der Vielgestaltigkeit der frühen byzantinischen Architektur stand in der mittleren Phase (9.–12. Jahrhundert) das Streben nach Vereinheitlichung gegenüber. – Rundbauten wurden zu dieser Zeit nur in Armenien errichtet; der Typus der Kuppelbasilika wirkte noch in wenigen Bauten nach. Vorherrschender Bautyp bis in spätbyzantinische Zeit blieb dagegen die Kreuzkuppelkirche. Ihre Hauptkuppel erhob sich auf einem hohen, durchfensterten Zylinder (Tambour). Erstmals findet sich diese Form an der Palastkirche Basilios’ I. Makedo, 867–886. Bei den seit dem 11. Jahrhundert gebauten Kirchen mit sog. Achtstützensystem ergab sich eine Vergrößerung des Kuppelraums. – Die Außenarchitektur der mittel- und spätbyzantinischen Kirchen ist durch den Wechsel von roten Ziegel-, weißen Mörtel- und grauen Hausteinschichten vielfach von höchst dekorativer Wirkung. Die Wandgliederung bestand aus Nischen, Blendarkaden und zwei- oder dreiteiligen Fenstern.
  1. Einleitung
  2. Baukunst
  3. Plastik
  4. Malerei
  5. Kleinkunst
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