Lexikon

Dürer

Aufbruch in die Neuzeit

Dürer, Albrecht: Das Meerwunder
Albrecht Dürer: Das Meerwunder
Albrecht Dürer: »Das Meerwunder«, Kupferstich; 1498
Das im spätmittelalterlichen Handwerkertum wurzelnde Frühwerk steht noch in der Tradition der altdeutschen (M. Schongauer) und altniederländischen (J. van Eyck, R. van der Weyden, H. van der Goes) Malerei. Die zunächst durch Stiche von A. Mantegna vermittelte Kenntnis der zeitgenössischen italienischen Kunst konnte Dürer während zweier Aufenthalte in Venedig noch vertiefen. Entscheidender als die unmittelbaren Anregungen durch italienische Künstler war jedoch seine Auseinandersetzung mit dem Menschenbild und ästhetischen Ideal der Renaissance. So suchte Dürer unter Wahrung der Spontaneität des Ausdrucks nach einer objektiven, konstruierbaren Schönheit in der Kunst (Kupferstich „Adam und Eva“ 1504). Als erster deutscher Künstler legte er seine Auffassungen in kunsttheoretischen Schriften nieder („Vier Bücher von menschlicher Proportion“ 1528).
Die antikisierenden Formen der Früh- und Hochrenaissance verbinden sich in seinen Werken häufig mit einer für die deutsche Kunst der Reformationszeit charakteristischen Expressivität des Ausdrucks. Daneben findet sich ein vor allem von der niederländischen Malerei geprägter Naturalismus in den zahlreichen Porträts („Elisabeth Tucher“ 1499; „Maximilian I.“ 1519), Selbstbildnissen (1492, 1493, 1498 und 1500), Landschaftsaquarellen („Weiher im Walde“ 1495; „Das Tal bei Kalchreuth“ 1500), Pflanzen- und Tierstücken („Feldhase“1502). sowie in vielen Einzelstudien („Betende Hände“ 1508).
  1. Einleitung
  2. Aufbruch in die Neuzeit
  3. Emanzipation der Grafik
  4. Monumentalisierung der Malerei
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