Lexikon

Fieber

lateinisch Febris
eine Erhöhung der normalen Körpertemperatur (beim Menschen 36,5–37,5 °C, rektal) als Ausdruck einer Abwehrreaktion bei krankhaften Vorgängen im Körper. Fieber entsteht durch die Freisetzung bestimmter Signalstoffe (Pyrogene) aus aktivierten Fresszellen (Makrophagen), aber auch Tumorzellen. Dieser Vorgang wird ausgelöst durch Infektionen mit Viren oder Bakterien (septisches Fieber), durch massiven Zerfall von körpereigenen Eiweißen nach Verbrennungen, schwerem Sonnenbrand, großen Blutergüssen, Verletzungen oder Untergang von Organen oder Tumorgeweben (aseptisches oder Resorptionsfieber), durch fremde Eiweißstoffe wie z. B. bei Nesselfieber, selten durch unmittelbare Erkrankung des Hypothalamus (z. B. Tumoren, Verletzungen), massive Austrocknung oder Salzanreicherung, Gifteinwirkung (z. B. Metalldampf), hormonelle (z. B. Schilddrüsenüberfunktion) oder nervöse Überbelastung.
Das Wärmeregulationszentrum im Zwischenhirn (Hypothalamus) setzt aktiv die Körpertemperatur herauf, während gleichzeitig die Empfindlichkeit der Wärmefühler gesenkt wird, so dass sich ein Fieberkranker subjektiv oft kalt oder fröstelnd fühlt. Fieber bewirkt eine Erhöhung der Stoffwechselaktivitäten, somit u. a. eine Beschleunigung der Immunreaktionen. Deshalb sollte trotz unangenehmer Begleiterscheinungen wie Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit, allgemeine Erschöpfung bis manchmal zur Benommenheit, seltenen Hautreaktionen wie Fieberbläschen mäßiges Fieber nicht unbedingt bekämpft werden. Fieber über 42 °C ist allerdings lebensbedrohlich, besonders durch eine Gefährdung der Herz-Kreislauf-Regulation bei einer raschen Temperatursenkung. Fieber kann durch gesteigerte Wärmeabgabe (z. B. Wadenwickel oder kühle Umschläge) oder medikamentös durch Fiebermittel (Antipyretika) gesenkt werden. Fieberkranke benötigen Bettruhe und müssen ihren Flüssigkeitsverlust durch reichliches Trinken ausgleichen. Fieberkranke gehören in der Regel in ärztliche Behandlung, zumal vorrangig die Grunderkrankung behandelt werden muss.
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