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LEXIKON

Glocke

metallisches Schlaggerät von becherförmiger Gestalt, das mit der Öffnung nach unten am Boden des Bechers (Glockenhelm) aufgehängt wird. Durch Anschlagen mit dem in der Mitte des Bodens befestigten Klöppel, der durch Schwingen der Glocke wechselweise an der Wandung anschlägt („Läuten“ der Glocke), wird ein kräftiges harmonisches Tongemisch erzeugt. Das Tongemisch ist gegeben durch die Glockenrippe (Form und Dicke des Glockenmantels), deren Herstellung Kunst und Geheimnis der Glockengießer ist.
Glocken werden meist durch Gießen hergestellt; dabei fertigt man mit Schablonen Kern und Mantel der Form aus Lehm an; größere Glocken werden zunächst als „falsche Glocke“ aus Lehm auf dem Formkern geformt. Die falsche Glocke wird nach Fertigstellung der Außenform zerstört. Als Werkstoff für Glocken dient überwiegend eine Legierung aus 7780% Kupfer und 2320% Zinn nebst geringen anderen Zusätzen (Glockenspeise).
Glocken waren als Glöckchen und Schellen im Orient schon in vorchristlicher Zeit bekannt; seit etwa 500 n. Chr. dienen sie auch für kultische Zwecke der christlichen Kirche. Sie hängen im Glockenturm entweder frei und werden dann durch Anschlagen mit Hämmern zum Tönen gebracht (China, in orthodoxen Kirchen), oder sie werden in einer mit Schalllöchern versehenen Glockenstube frei schwingend im Glockenstuhl aufgehängt und durch Seilzug oder elektrisch geläutet. Berühmte Glocken: „Zar Kolokol“ im Moskauer Kreml (1733), 200 000 kg schwer; „Maria Gloriosa“ im Erfurter Dom (1497), von besonderem Wohlklang, 11 400 kg; die „Deutsche Glocke am Rhein“ im Dom zu Köln (1923), mit 24 500 kg die größte deutsche Glocke; die „Pummerin“ im Wiener Stephansdom, 21 383 kg.
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