Lexikon
griechische Sprache
im Raum des heutigen Griechenland in der Vorzeit verbreitete indoeuropäische Sprache. Die ersten Zeugnisse (das mykenische Griechisch, auf Tontafeln und Vasen im Palast von Knossos gefundene Inschriften; 1953 entziffert) stammen von 1400–1200 v. Chr. Später entstand aus der phönizischen Schrift das griechische Alphabet. Literarische Texte (Papyri) sind erst seit dem 3.– 4. Jahrhundert n. Chr. aus Ägypten erhalten.
Europa: Völker und Sprachen
Europa: Völker und Sprachen
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Knossos: Palast
Palast von Knossos
Ansicht der königlichen Wohnung im Ostflügel
des Minos-Palastes im teilweise wieder hergestellte Palast von Knossos auf
Kreta.
© wissenmedia
altgriechische Dialekte
Die hauptsächlichen Dialekte des Altgriechischen waren das Achäische, Äolische, Dorische, Ionische und Attische. Letzteres erlangte die größte Bedeutung und war die Sprache von Athen und Umgebung, in der die klassische griechische Literatur überliefert ist. Die sehr unterschiedlichen Dialekte bildeten zusammen seit dem 4. Jahrhundert eine Gemeinsprache, die Koine. Als Bildungssprache wurde daneben weiterhin ein klassisches Attisch gepflegt, das auch zur offiziellen Sprache des Byzantinischen Reiches wurde.
neugriechischen Sprache
Dieser „Sprachdualismus“ war kennzeichnend für die ganze Geschichte der neugriechischen Sprache. Die gesprochene Sprache (Dimotiki, „Volkssprache“) und die Bildungssprache (Katharewusa, „Reinsprache“) entwickelten sich immer weiter auseinander. Als nach der Wiederherstellung des griechischen Nationalstaates im 19. Jh. die Katharewusa zur offiziellen Staatssprache erklärt wurde, kam es zu heftigen Sprachkämpfen. In Literatur und Presse setzte sich die Dimotiki immer mehr durch. Durch das Sprachengesetz von 1976 wurde der Schriftsprachengebrauch vereinheitlicht, danach ist die Dimotiki die alleinige Schriftform. Neugriechisch wird heute von ca. 12 Mio. Menschen gesprochen, die meist in Griechenland leben; die größte griechische Außengruppe ist die der Zyprer. – Hauptunterschiede zum Altgriechischen sind die Vereinfachung der Deklination und Konjugation und der analytische Satzbau. Ferner wurde der dezentralisierte Akzent des Altgriechischen zentralisiert.
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