Lexikon
Großbritannien und Nordirland
Die Entwicklung seit 1945
Die Wahlen vom Juli 1945 gewann die Labour Party, deren Führer Clement Attlee Premierminister wurde. Das britische Kolonialreich löste sich in kurzer Zeit auf; das Commonwealth wurde zu einem lockeren Verband unabhängiger Staaten. Ihrem Vater Georg VI. folgte 1952 Königin Elisabeth II. auf den Thron.
Nach dem Ende der britischen Weltpolitik in der Suezkrise (1956) näherte sich das Land der Europäischen Gemeinschaft an. Es mussten aber erst innenpolitische Widerstände und das Veto Frankreichs überwunden werden, bis Großbritannien 1973 beitreten konnte. 1951–1964 und 1970–1974 wurde Großbritannien von den Konservativen, 1964–1970 und 1974–1979 von der Labour Party regiert. Das innenpolitische Klima wurde seit 1969 durch bürgerkriegsähnliche Zustände in Nordirland belastet.
Die konservative Regierung von Premierministerin Margaret Thatcher (1979–1990) betrieb eine konsequent monetaristische Wirtschaftspolitik mit umfangreichen Privatisierungen staatlicher Unternehmen und Dienstleistungen. Die Gewerkschaften wurden entmachtet. Durch die Rückeroberung der 1982 von Argentinien besetzten Falklandinseln gelang Thatcher ein außenpolitischer Triumph, der sie auch innenpolitisch stärkte. Gegen Ende der 1980er Jahre kam es aber zu einem Popularitätsverlust der Regierung, der 1990 zu gewalttätigen Protesten gegen eine neue Gemeindesteuer führte. Thatcher trat zurück.
Unter dem konservativen Premierminister John Major (1990–1997) unterstützte Großbritannien die USA im Golfkonflikt 1990/91. Nach einem spektakulären Wahlsieg der Labour Party wurde 1997 Tony Blair Premierminister. Am 1. 7. 1997 kehrte die britische Kronkolonie Hongkong unter chinesische Souveränität zurück. 1998 konnte ein Friedensabkommen für Nordirland verabschiedet werden. Im Mittelpunkt der Außenpolitik standen 2001–2003 die militärischen Engagements auf Seiten der USA in Afghanistan und im Irak-Krieg. Dabei geriet die Regierung Blair durch öffentliche Kritik an ihrer Informationspolitik unter erheblichen innenpolitischen Druck. Trotzdem gewann die Labour Party 2005 erneut die Wahlen. Blair blieb Premierminister. Im gleichen Jahr lösten Terroranschläge auf den öffentlichen Nahverkehr in London weltweites Entsetzen aus. 2007 trat Blair als Partei- und Regierungschef zurück. Nachfolger wurde der bisherige Schatzkanzler Gordon Brown. Parteispendenaffären innerhalb der Labour Party sowie eine drohende Konjunkturflaute führten in der Folgezeit zu einem Ansehensverlust des Kabinetts von Gordon Brown. Zur Bekämpfung der internationalen Finanzmarktkrise brachte die Labour-Regierung umfangreiche Rettungspakete auf den Weg. Aus den Unterhauswahlen 2010 gingen die Konservativen unter Führung von David Cameron als Sieger hervor, verfehlten aber die absolute Mehrheit der Mandate. Cameron bildete ein Kabinett mit den von Nick Clegg geführten Liberal Democrats. Damit wurde das Land erstmals seit 1945 wieder von einer Koalition regiert.
Nachdem bei einer Kontrolle im Londoner Stadtteil Tottenham am 4. 8. 2011 ein Mann von der Polizei erschossen wurde, kam es zu Krawallaktionen zumeist jugendlicher Gewalttäter, die sich rasch auf andere Londoner Bezirke ausweiteten. Auch andere Städte (u. a. Birmingham, Liverpool, Bristol) wurden zum Schauplatz von Unruhen. Die Regierung stockte die Zahl der Polizeikräfte in London massiv auf. Hunderte von Randalierern wurden festgenommen.
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