Lexikon
Großbritannien und Nordirland
Tudors und Stuarts
Heinrich VIII. geriet wegen seiner Scheidung in Gegensatz zum Papst, trennte sich von Rom und machte sich zum Haupt der englischen Staatskirche. Nach dem Versuch Maria der Blutigen, zum Katholizismus zurückzukehren, stellte Elisabeth I. (1558–1603) die anglikanische Kirche wieder her. Gleichzeitig erlebte das Land im Elisabethanischen Zeitalter eine kulturelle Blüte. Die Auseinandersetzung mit Spanien endete zugunsten Englands (1588 Untergang der spanischen Armada), das zur beherrschenden Seemacht wurde.
Als Elisabeth I. starb, wurde Schottland unter Jakob I. aus dem Hause Stuart in Personalunion mit England vereinigt. Die Konflikte zwischen den katholischen Stuarts und dem englischen Parlament mündeten 1642 in den englischen Bürgerkrieg, den die streng kalvinistischen Puritaner unter Oliver Cromwell gewannen. England nahm nach der Hinrichtung von Karl I. 1649 die republikanische Staatsform an. Cromwell warf die aufständischen Schotten nieder und eroberte Irland. Bald nach dem Tod Cromwells wurde 1660 das Königtum durch Karl II. wiederhergestellt. Auf den Thron folgte ihm sein Bruder Jakob II. (1685–1688). Jakobs Versuch, den Katholiken wieder den Zugang zu Staatsämtern zu öffnen, führte zum Umsturz. 1688 wurde er durch seinen vom Parlament gerufenen Schwiegersohn Wilhelm von Oranien vertrieben (Glorreiche Revolution); dieser wurde als Wilhelm III. englischer König. Dabei wurde die Macht des Königs 1689 durch die Bill of Rights begrenzt. Im Spanischen Erbfolgekrieg (1701–1714) gelang eine Schwächung Frankreichs. Unter Königin Anna (Stuart) wurden England und Schottland 1707 zu Großbritannien vereinigt.
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