Lexikon
Großbritannien und Nordirland
Landwirtschaft, Bergbau, Industrie
Obwohl die Landwirtschaft nur 1% zur Wirtschaftsleistung beiträgt, kann sie fast zwei Drittel des heimischen Nahrungsmittelbedarfs decken. Über 60% der agrarisch genutzten Fläche bestehen aus Wiesen und Weiden für Rinder und Schafe. Das Land profitiert von den großen Fischgründen des Atlantischen Ozeans und zählt zu den bedeutendsten Fischereistaaten Europas.
In den Mittelgebirgen von Cornwall, Wales, Mittelengland, Westcumberland und Mittelschottland gibt es große Eisenerzlagerstätten, in Südwales, beiderseits der Penninen und in Mittelschottland bedeutende Steinkohlenvorkommen. Sie waren fast 200 Jahre die Grundlage der britische Industrie, spielen aber heute nur noch eine Nebenrolle. Dagegen haben die Erdöl- und Erdgasvorkommen in der Nordsee Großbritannien nach Norwegen zum wichtigsten Erdölproduzenten Westeuropas werden lassen.
Einer der ältesten Industriezweige ist die auf der heimischen Schafzucht und dem Flachsanbau basierende Textilindustrie von Mittelengland und Schottland. Die Metallindustrie hat sich auf den Schiff- und Maschinenbau spezialisiert, doch mussten viele Unternehmen aufgrund der starken ausländischen Konkurrenz aufgeben. Den Anstoß zur Ansiedlung neuer Branchen, insbesondere der chemischen und elektronischen Industrie hat die allmähliche Erschöpfung der Eisenerzlager gegeben. Zwischen Glasgow und Edinburgh ist mit dem „Silicon Glen“ eine wichtige Hightech-Region entstanden. Auch im Westen von London und um Cambridge haben sich Unternehmen der Elektronik- und IT-Branche angesiedelt.
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