Lexikon
Intelligẹnz
Psychologie
Intelligenzquotienten
| IQ | Anteil in der Bevölkerung (in %) |
| 127 und mehr | 2,2 |
| 118–126 | 6,7 |
| 110–117 | 16,1 |
| 91–109 | 50,0 |
| 79–90 | 16,1 |
| 63–78 | 6,7 |
| 62 und weniger | 2,2 |
Die Intelligenz-Forschung untersucht die Struktur, nach der die Intelligenz aufgebaut ist. Den verschiedenartigen Intelligenz-Leistungen liegen, wie besonders durch mathematisch-statistische Verfahren (Faktorenanalyse) erwiesen wurde, verschiedene Intelligenz-Faktoren zugrunde. Über ihr Zusammenwirken gibt es mehrere Theorien: So vertrat C. E. Spearman die Auffassung, die Intelligenz könne durch einen einzigen allgemeinen Faktor und mehrere spezifische Faktoren, die jeweils verschiedene konkrete Intelligenz-Leistungen erfassen, beschrieben werden. L. L. Thurstone definierte zur Beschreibung der Intelligenz dagegen sieben allgemeine Faktoren (sog. Primärfaktoren) und viele spezifische Faktoren. J. P. Guilford erachtet sogar 120 Faktoren für notwendig. Inhaltlich werden häufig die folgenden Fähigkeiten als der Intelligenz zugrundeliegend angesehen: sprachliches Verständnis, Gedächtnis, rechnerisches Denken, räumliches Denken, schlussfolgerndes Denken, Auffassungsgeschwindigkeit, sprachliche Flüssigkeit u. a.
In der Forschung zur Intelligenz-Entwicklung werden quantitative und qualitative Positionen unterschieden. Die quantitativen gehen davon aus, dass das Ausmaß der Intelligenz angeboren ist und damit das Ausmaß des Erlernbaren bestimmt. Da nach Untersuchungen die individuelle Intelligenz im Laufe der Entwicklung stark schwankt, scheint die Intelligenz-Entwicklung ein komplexerer Vorgang zu sein. Qualitative Positionen gehen dagegen von Stadien aus, in denen qualitativ unterschiedliche Fähigkeiten der Intelligenz ausgebildet werden. J. Piaget unterscheidet fünf Stadien der Intelligenz-Entwicklung: sensumotorische Intelligenz (von der Geburt bis ca. 1,5 Jahren), symbolisch-vorbegriffliches Denken (ab ca. 2 Jahren), anschauliches Denken (ab ca. 4 Jahren), konkrete Operationen (ab ca. 7 Jahren), formale Operationen (ab ca. 13 Jahren).
Die Intelligenz-Messung ermittelt die Leistungen eines Individuums im Verhältnis zu seiner Altersgruppe. Seit der bahnbrechenden Arbeit von A. Binet und T. Simon wurden zahlreiche Testverfahren für Kinder und Erwachsene entwickelt, die meist mehrere standardisierte Untertests mit jeweils zahlreichen Einzelaufgaben enthalten und neben dem Gesamtniveau der Intelligenz (Intelligenzquotient, Abkürzung IQ) vor allem Begabungsschwerpunkte erkennen lassen. Bei der Analyse von Testergebnissen ist zu berücksichtigen, dass neben der individuellen Ausprägung und dem Integrationsgrad psychischer Funktionen auch ein dynamischer Anteil, nämlich die Motivationsstärke eines Individuums, für die Lösung von Testaufgaben von Bedeutung ist (Test).
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