Lexikon
israẹlische Musik
die Musik der jüdischen Bevölkerung in Palästina seit 1880. Der heutige Staat Israel wurde 1948 gegründet, doch begann bereits in den 1880er Jahren eine national motivierte jüdische Einwanderung nach Palästina. Das Hebräische, das als identitätsstiftende Sprache vermittelt werden sollte, wurde in dieser Zeit auch durch die besondere Förderung der Vokalmusik verbreitet. Der Musikwissenschaftler Abraham Z. Idelsohn begann in den 1920er Jahren die Musik der osteuropäischen Juden zu erforschen. Die Einwanderer aus Mitteleuropa 1931–1939 brachten ihre vielfältigen musikalischen Traditionen mit. Besonders das Volksliedrepertoire der russischen und osteuropäischen Juden diente, ins Hebräische übersetzt und mit arabischer Melodik versehen, als Basis einer neuen Volksmusik.
Nach der Staatsgründung wurde das Musikleben reich gefördert; es entstand u a. die Israelische Oper. Ende der 1950er Jahre schuf J. Tal das erste Studio für elektronische Musik; zu den führenden Musikschaffenden gehörten die Komponisten A. Ehrlich, M. Seter und P. Ben-Haim, die einen Nationalstil zu schaffen suchten, indem sie volkstümliche und modale Elemente verbanden; Haim Alexander (* 1915) und Tzvi Avni (* 1927) wandten sich der elektronischen und seriellen Musik zu. Die aus Osteuropa eingewanderten Musiker bemühen sich besonders um Klangverbindungen aus traditioneller jüdischer Musik und Neuer Musik, so u. a. Yehezkel Braun (* 1922) oder Marc Kopytman (* 1929). Mit D. Barenboim besitzt die israelische Musik einen Dirigenten von Weltrang. Die populäre Musik wird seit den 1970er Jahren von ethnischen Stilen geprägt; international bekannt wurde hier Ester Ofarim; auch der traditionelle Klezmer hat eine weltweite Bekanntheit erreicht.
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