Lexikon
Kụba
Vom Zuckerrohr zum Tourismus
Die nach der Revolution 1959 kollektivierte Landwirtschaft beschäftigt ein Viertel der Erwerbstätigen. Lange Zeit war Zucker der Hauptdevisenbringer, doch nach dem Zusammenbruch des Ostblocks fehlte der Absatzmarkt und die Hälfte der Zuckerfabriken musste schließen. Tabak, tropische Früchte und Kaffee sind weitere wichtige Agrarexportgüter. Wachsende Bedeutung kommt auch der Ausfuhr von Fisch und Meeresfrüchten zu, insbesondere von Langusten und Shrimps. Der Anbau von Reis, der zweimal im Jahr geerntet wird, dient der Eigenversorgung. Bis heute ist Kuba auf Lebensmittelimporte angewiesen.
Kuba verfügt über große Nickellagerstätten, Nickel liefert etwa ein Fünftel des Exportwertes. Immer wichtiger wird die Erdölförderung. Ende 2004 wurde östlich von Havanna ein neues großes Erdölfeld entdeckt. Weitere bedeutsame Rohstoffe sind Kobalt, Chrom und Kupfer. Wichtigster Industriezweig ist immer noch die Zuckerindustrie, die neben der Herstellung von Zucker und Rum auch die Verarbeitung der Zuckerabfallprodukte umfasst. Bedeutsam sind daneben die Stahl- und petrochemische Industrie, die Textilverarbeitung sowie andere Konsumgüterindustrien wie die Zigarrenherstellung. Internationale Beachtung findet die kubanische Biotechnologie-Forschung.
Der Tourismus hat den Zucker als Hauptdevisenbringer abgelöst. Rund 2 Mio. Touristen besuchen jährlich das Land, die meisten sind Strandurlauber. Eine weitere wichtige Devisenquelle sind die Überweisungen der im Ausland lebenden Kubaner – sie finanzieren die „Parallelwirtschaft“.
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