Lexikon
Laughton
[
ˈlɔ:tn
]Charles, englischer Schauspieler, * 1. 7. 1899 Scarborough, † 15. 12. 1962 Hollywood; seit 1926 an Bühnen in England, USA, Frankreich, seit 1932 beim Film; wandlungsfähiger Charakterdarsteller u. a. in „Der Glöckner von Notre Dame“ 1939; „Zeugin der Anklage“ 1957.
Laughton, Charles
Charles Laughton
Charles Laughton
© Corbis/Bettmann/Springer
- Deutscher Titel: Der Glöckner von Notre Dame
- Original-Titel: THE HUNCHBACK OF NOTRE DAME
- Land: USA
- Jahr: 1939
- Regie: William Dieterle
- Drehbuch: Sonya Levien, Bruno Frank
- Kamera: Joseph H. August
- Schauspieler: Charles Laughton, Maureen O„Hara, Cedric Hardwicke, Thomas Mitchell
Charles Laughton spielt den missgestalteten Quasimodo in William Dieterles Hugo-Verfilmung »Der Glöckner von Notre Dame«.
Der Glöckner Quasimodo ist seinem Herrn, dem Erzdiakon Frollo von Notre Dame, treu ergeben. Als Frollo aber aus Hexenwahn und enttäuschter Zuneigung das Zigeunermädchen Esmeralda (Maureen O„Hara) auf den Scheiterhaufen bringt, rächt Quasimodo das Mädchen, das bei ihm Zuflucht gefunden hatte, und tötet Frollo.
In eindringlichen Bildern, die an die Kammerspiel-Atmosphäre in deutschen Stummfilmen erinnern, und stimmig eingefangenem Zeitkolorit schafft Dieterle ein Meisterwerk, das die frühere Fassung von Wallace Worsley (1923) und die nachfolgende Verfilmung von Jean Delannoy (1956) überragt. Unvergessen bleibt Charles Laughton, der bei aller Hässlichkeit viel menschliche Wärme ausstrahlt.
- Deutscher Titel: Zeugin der Anklage
- Original-Titel: WITNESS FOR THE PROSECUTION
- Land: USA
- Jahr: 1957
- Regie: Billy Wilder
- Drehbuch: Billy Wilder, Harry Kurnitz, nach einem Bühnenstück von Agatha Christie
- Kamera: Russell Harlan
- Schauspieler: Charles Laughton, Marlene Dietrich, Tyrone Power
Oft wird behauptet, dass Billy Wilders Thriller »Zeugin der Anklage« einer der besten Hitchcocks sei – nur dass er von Wilder ist. Tatsächlich spielt Wilder so virtuos mit dem Zuschauer Versteck um die Lösung des Mörderrätsels, dass der Vergleich mit Hitchcock stimmig ist.
Nach dem Bühnenstück von Agatha Christie spielt Wilder eine raffinierte Mördersuche durch: Staranwalt Wilfried Robarts (Charles Laughton) verteidigt den sympathischen Leonard Vole (Tyrone Power), der des Witwenmordes angeklagt ist. Vole hat kein Motiv und kein Alibi, doch Sir Wilfried glaubt an seine Unschuld, auch wenn Mrs. Vole (Marlene Dietrich), eine beängstigend kalte Frau, nichts dazu beiträgt, ihren Mann zu entlasten. Vielmehr ist sie Zeugin der Anklage, die ihrem Mann nur schadet. Sir Wilfried ist sicher, dass Mrs. Vole ein Geheimnis verbirgt. Auf einen anonymen Anruf hin trifft sich Sir Wilfried mit einer Frau, die ihm Hinweise gibt, wie er die Zeugin der Anklage im Kreuzverhör befragen soll. Tatsächlich bricht Mrs. Vole im Verhör des Verteidigers zusammen: Sie wird der Lüge überführt und ist nun selbst dringend mordverdächtig. Vole wird freigesprochen. Und Sir Wilfried wird klar, dass die unbekannte Frau die verkleidete Mrs. Vole war – sie hatte alles geplant, um ihren über alles geliebten Mann vor der Strafe für seinen Mord zu schützen. Doch als Mrs. Vole nach scheinbar geglücktem Plan erfährt, dass ihr Mann die ganze Zeit über ein Verhältnis hatte, erschießt sie ihn – Sir Wilfried hat einen neuen Fall…
Die Rolle der Christine Vole ist Marlene Dietrichs letzter großer Auftritt im Film vor ihrem Abschied von der Leinwand. Noch einmal bringt sie ihre einzigartige Ausstrahlung zur Geltung, die sie berühmt gemach hat: Die unnahbar Schöne, die die Männer ins Verderben zu ziehen droht.
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