Lexikon
Mesopotạmien
[
griechisch, „Zwischenstromland“
]die vom Armenischen Hochland bis zum Persischen Golf sich erstreckende Landschaft zwischen Euphrat und Tigris, rund 350 000 km2. Der Hauptteil gehört heute zum Irak, der Norden und Nordwesten zur Türkei und zu Syrien.
Geschichte
Mesopotamien war kulturell nie eine Einheit, sondern stets bevorzugtes Siedlungsgebiet neu zuströmender Bevölkerungsgruppen. In der Jungsteinzeit wurde Mesopotamien von einer Ackerbau treibenden Bevölkerung besiedelt. Um 4500 v. Chr. befand sich um Tell Halaf ein Zentrum der neolithischen Bauernkultur mit Buntkeramik. Die frühe Hochkultur im 4. Jahrtausend v. Chr. wird mit der Einwanderung der Sumerer in Verbindung gebracht (Ur, Uruk). Im 3. und 2. Jahrtausend v. Chr. deckte sich die Geschichte des südlichen und nordöstlichen Teils von Mesopotamien weitgehend mit der von Babylonien und Assyrien. Den nordwestlichen Teil von Mesopotamien besetzten um 2000 v. Chr. aus Armenien eingewanderte Hurriter; 1450–1350 v. Chr. war es der Mittelpunkt des Reichs der Mitanni. Nach dem Untergang des Assyrerreichs fiel es 539 v. Chr. an die Perser, darauf an die Griechen, schließlich an die Parther. In den ersten Jahrhunderten n. Chr. stand es zeitweise unter römischer Herrschaft; im 7. Jahrhundert endgültig von den Arabern erobert.
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