Lexikon

Monarchie

[
griechisch
]
die Staatsform der Alleinherrschaft eines Monarchen (König, Fürst). Hierbei hat sich das System der Erbfolge in einer Familie gegenüber der Bestimmung durch Wahl durchgesetzt. Die Einzelheiten der Erbfolge (mit oder ohne Beteiligung der weiblichen Familienmitglieder, Volljährigkeit, Regentschaft u. Ä.) können entweder durch Gesetz (Großbritannien) oder durch sog. „Hausrecht“ (so in Deutschland bis 1918) festgelegt sein.
Die Monarchie kann eine absolute (d. h. in der Ausübung der Staatsgewalt unumschränkte; Absolutismus) oder eine konstitutionelle (durch die Verfassung beschränkte, mit Zuständigkeitsteilung zwischen Monarch und Regierung, Parlament) sein. Die geschichtliche Entwicklung hat von der absoluten Monarchie zur konstitutionellen geführt (19. Jahrhundert). Jedenfalls weist in den heutigen europäischen Monarchien die Rechtsstellung des Monarchen kaum mehr Unterschiede gegenüber derjenigen eines republikanischen Staatspräsidenten auf. Im System der modernen Staaten erscheint die Monarchie auch nicht mehr als eine Frage der Staatsform, sondern nur noch der Staatsrepräsentanz, d. h. der Gestaltung der Staatsspitze. Die europäischen Monarchien haben wie die Republiken eine demokratische Ordnung, mithin bilden Monarchie und Demokratie keine Gegensätze mehr. Wenn dennoch an der Monarchie festgehalten wird, so in der Überzeugung, dass die Krone ein über den Parteiauseinandersetzungen stehender neutraler Pol sein und damit zur Staatsintegration beitragen kann. Die Monarchie hat sich in Europa gerade dort erhalten, wo der demokratischen Entwicklung kein Widerstand entgegengesetzt wurde. In Ländern außerhalb Europas trägt die Monarchie teils demokratisch-konstitutionelle Züge (z. B. Japan), teils trägt sie noch absolutistische Züge (z. B. in einigen arabischen Staaten).
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