Lexikon
Mọskauer Künstlertheater
von K. S. Stanislawskij und Wladimir I. Nemirowitsch-Dantschenko 1898 in Moskau eröffnetes Theater, das aus der Amateurbühne der 1888 gegründeten Moskauer Gesellschaft für Kunst und Literatur hervorging. Ziel war die Aufführung von Klassikern der Weltliteratur im Stil des psychologischen Realismus, historischer Werktreue und intensiven Ensemblespiels als Gegenentwurf zu den im 19. Jahrhundert üblich gewordenen prätentiösen Inszenierungsweisen; jahrelang galt das Moskauer Künstlertheater daher als Zentrum des avantgardistischen Theaters. Mit A. P. Tschechows „Die Möwe“ gelang im Oktober 1898 der erste große Erfolg. Nach der Oktoberrevolution wurde das Moskauer Künstlertheater zum akademischen Staatstheater ernannt u. Stanislawskijs Regiekonzeptionen 1934 zur Norm sowjetischer Schauspielkunst erhoben, die bis zum Ende der 1980er Jahre galt. Neben der Pflege des klassischen Repertoires werden in jüngster Zeit vermehrt Werke auf den Spielplan gesetzt, die den grundlegenden Wandel der russ. Gesellschaft seit 1985 dokumentieren und reflektieren.
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