Lexikon
norwegische Kunst
Architektur
Eine eigene Baukunst begann in Norwegen erst nach der sehr späten Christianisierung im 11. Jahrhundert; die ältesten erhaltenen Beispiele von Bedeutung stammen aus dem 12. Jahrhundert: die nur in Norwegen vorkommenden Stabkirchen (Urnes, Garmo, Borgund, Hitterdal, Gol, Opdal u. a.), steile, von einem Laufgang umgebene Holzbauten mit einer an Schiffskörper erinnernden Form. Der Portalschmuck zeigt neben christlichen Motiven noch die Schlingenornamentik der Wikingerzeit.
Die Kunst der norwegischen Romanik und Gotik ist fast ausschließlich von der englischen Kunst abhängig; hinzu kamen später Einflüsse der norddeutschen Baukunst. Sehr lange blieb die Holzbautradition lebendig.
In der Renaissance und im Barock gab es in Norwegen kaum bemerkenswerte architektonische Leistungen. Ein künstlerischer Aufschwung setzte erst mit dem beginnenden Klassizismus ein (Universität Oslo, 1811; Schloss in Oslo, 1823–1848). Historisierende Bestrebungen sind in mehreren von ausländischen Architekten entworfenen Bauten abzulesen und bestimmten später sogar die Holzbauweise. Danach suchte man strenge, einfache Formen im Sinne eines Funktionalismus, der sich in den 1920er und 1930er Jahren in Norwegen wie in ganz Europa durchsetzte. Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg stand zunächst im Zeichen des Wiederaufbaus. Baumaterialien wie Holz, Stein, Ziegelstein und Beton erhielten durch moderne Produktions- und Fertigungsmethoden ein neues Aussehen. Dabei stand für Architekten wie S. Fehn (* 1924) bei der Verwendung der Materialien immer der Zusammenhang von Architektur und Natur im Vordergrund. In den 1980er Jahren brachte die Postmoderne eine Erweiterung des Formenrepertoires. Gleichzeitig setzte sich Glas als Baumaterial durch, was auch die 1990er Jahre prägte. Ein wachsendes Umweltbewusstsein führte darüber hinaus in den letzten Jahren zu einer Suche nach geeigneten Baumaterialien und Baumethoden, die eine bessere Anpassung an die klimatischen Verhältnisse bedeuten. Im Ausland baut das Architekturbüro Snøhetta die neue Bibliothek in Alexandria, Ägypten. Von ihm stammt auch die Norwegische Botschaft in Berlin, die 1999 eingeweiht wurde.
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