Lexikon

Volkslied

im Gegensatz zum Kunstlied ein populäres Lied, das im Allgemeinen mündlich überliefert und weitergegeben wird. Der Terminus wurde 1773 von J. G. Herder eingeführt. Es wird nach seiner sozialen Funktion bzw. Thematik vielfach unterteilt, u. a. in geistliches Volkslied, Kinder-, Liebes-, Heimat-, Soldaten-, Hirtenlieder. Einen Grenzfall stellt das in den 1920er und 1930er Jahren entstandene Arbeiterlied (besonders von H. Eisler gefördert) dar, ferner das politische Protestlied.
Der Annahme, dass die Volkslieder anonym im Volk entstünden (Produktionstheorie von J. Pommer), wurde der Nachweis entgegengesetzt, dass auch die Volkslieder individuelle Autoren haben (Rezeptionstheorie u. a. von L. Uhland und J. Meier); Zersingen, Zurechtsingen oder Umsingen begleiten den Prozess der Popularisierung.
Die Bemühungen der Gesangvereine und der Singbewegung um eine Wiederbelebung der durch Verschriftung und Unterhaltungsindustrie unterbrochenen Volksliedtradition wurden als dessen „zweites Dasein“ bezeichnet, das sich heute im Liedgut verschiedener Chöre, der Schule und in den neuerlichen Erscheinungen des Folklorismus äußert. Als Volkslied angesehen werden vielfach auch Operettenmelodien und Schlager, die als Evergreen oft ein beträchtliches Alter erreichen. Schließlich machten auch die neuen technischen Möglichkeiten (Schallplattenindustrie, Radio, Fernsehen) den Begriff der mündlichen Tradition fragwürdig. Den Schlager als das „Volkslied unserer Tage“ zu bezeichnen verkennt allerdings grundsätzliche Unterschiede zwischen beiden Formen. Volksliedsammlungen sind seit dem 15. Jahrhundert bekannt. Berühmt ist „Des Knaben Wunderhorn“ 18051808 von A. von Arnim und C. Brentano. Eine umfassende Melodiensammlung hat das 1914 gegründete Deutsche Volksliedarchiv in Freiburg im Breisgau angelegt.
Arnim, Achim von
Achim von Arnim
Der Bucklige Tiefsee-Anglerfisch (Melanocetus johnsonii) lebt in mehr als 300 Metern Tiefe. Nur die Weibchen erreichen eine stattliche Größe, die Männchen werden nur wenige Zentimeter lang.
Wissenschaft

Geschöpfe der Tiefe

Unterhalb von 200 Metern beginnt die Tiefsee. Trotz der lebensfeindlichen Bedingungen gibt es in der Tiefe vielfältiges Leben – von dem ein Großteil noch nicht erforscht ist. Von BETTINA WURCHE   Dunkel, kalt, nährstoffarm und unter hohem Wasserdruck erscheint die Tiefsee absolut lebensfeindlich. Ab 200 Metern Tiefe erhellen nur...

sciencebusters_02.jpg
Wissenschaft

Wer es hat zuerst gerochen…

Aliens sind nervig. Tut uns leid, aber das muss mal gesagt werden. Und ja, Mr. Spock, Alf, E.T. und die anderen außerirdischen Wesen, die wir aus dem Fernsehen kennen, mögen nett sein. Aber sie sind halt auch erfunden. In echt haben wir noch kein einziges Alien entdeckt, nicht einmal irgendeinen außerirdischen Einzeller, bei dem...

Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch

Weitere Artikel aus dem Vornamenlexikon