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Genitalverstümmerlung, weibliche

englisch „female genital mutilation" (FGM), Sammelbegriff für unterschiedliche irreversible traditionelle Praktiken, bei denen die äußeren Geschlechtsorgane eines Mädchens bzw. einer Frau teilweise oder vollständig entfernt werden. Weibliche Genitalverstümmelung wird in 28 Ländern Afrikas sowie in einigen arabischen und asiatischen Ländern praktiziert und ist auch unter Migrantinnen aus diesen Ländern in Europa verbreitet. Genitalverstümmelung verletzt elementare Menschenrechte wie das Recht auf Gesundheit und den Schutz der körperlichen Unversehrtheit. Der Eingriff wird meist im Alter zwischen vier und 14 Jahren vorgenommen, manchmal schon kurz nach der Geburt oder erst kurz vor der Eheschließung oder der Geburt des ersten Kindes. Meistens erfolgt die Verstümmelung durch traditionelle Beschneiderinnen oder Hebammen ohne nennenswerte medizinische Kenntnisse. Nach Schätzungen sind weltweit etwa 100 bis 140 Millionen Frauen und Mädchen betroffen. Der Eingriff führt in sehr vielen Fällen zu schweren Schmerzen und Infektionen, Todesfälle sind häufig. Verbreitete Spätfolgen sind neben der lebenslangen seelischen Belastung u. a. Schwierigkeiten beim Urinieren, Harninkontinenz und schwerwiegende Erkrankungen im gesamten Urogenitalsystem.
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