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Mitmachaktion: Akte Technik und ihre Geschichten gesucht

Die uralte Waschmaschine, die elektrische Kaffeemühle aus den 1970ern oder der Föhn von der Oma – es gibt Elektrogeräte, die laufen und laufen und laufen. Anders als neue Technik, die meist kaum reparierbar ist und schnell kaputt geht, haben diese alten Schätzchen oft schon einiges mitgemacht. Fotos und Geschichten über solche alten Geräte sucht jetzt eine Mitmachaktion unter dem Motto "Lang lebe Technik!". Auf der Website der Aktion erfährt man zudem einiges über die Haltbarkeit von Geräten, die Reparierbarkeit und die sogenannte geplante Obsoleszenz.

In Deutschland werden jährlich mehr als zwei Millionen Tonnen Elektronik verkauft – von der elektrischen Zahnbürste über Smartphones und Tablets bis zur Waschmaschine oder Tiefkühltruhe. Vor allem bei Computern aller Art oder TV-Geräten wird dabei der Zyklus bis zum Neukauf immer kürzer: Viele Menschen kaufen sich alle zwei Jahre ein neues Handy und auch bei Fernsehern liegen immer größere, modernere Geräte im Trend. „Reparatur ist heutzutage eine Ausnahme“, sagt Melanie Jaeger-Erben vom Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM. „Unsere Umfragen zeigen, dass 71 Prozent der Waschmaschinen-Benutzer und 86 Prozent der Smartphone-Nutzer ihr Gerät noch nie zur Reparatur gebracht haben.“

Hinzu kommt das Problem, dass viele Geräte heute billig produziert und nicht auf gute Reparierbarkeit oder Langlebigkeit ausgelegt sind. Es scheint sogar, als wenn Hersteller teilweise absichtlich darauf setzen, dass ihre Produkte schnell wieder kaputt gehen – immerhin beschert ihnen diese geplante Obsoleszenz verstärkte Umsätze.

Fotos und Geschichten unserer alten Geräte

Aber war alte Technik tatsächlich haltbarer? Und wie gut erfüllten sie im Vergleich zu ihren modernen Nachkömmlingen ihren Zweck? Genau das wollen die Wissenschaftler vom Projekt "Lang lebe Technik!" herausfinden – mit unserer Hilfe. In ihrer jetzt gestarteten Aktion rufen sie Menschen dazu auf, Fotos und Geschichten über alte Geräte zu teilen. Sie suchen alte Haushalts- sowie Informations- und Kommunikationsgeräte, die sich bewährt haben und die den Nutzenden über die Jahre hinweg vertraut geworden sind – kurz: Geräte mit Geschichte.

„Alte Technik hat häufig sogar Vorzüge. Rückmeldungen von Verbraucher verdeutlichen uns, dass bei einigen Gerätearten alte Modelle robuster sind als neue und sich leichter reparieren lassen, da sie weniger komplex und leichter zu öffnen sind“, sagt Tristan Jorde von der Verbraucherzentrale Hamburg. Mit dem Sammeln und Präsentieren der Geschichten zu langlebigen Geräten in der Vorweihnachtszeit möchten die Kooperationspartner dazu inspirieren, alte Geräte wertzuschätzen und den eventuell anstehenden vorzeitigen Austausch zu überdenken.

So geht das Mitmachen

Und so funktioniert das Mitmachen: Noch bis zum 23,. Dezember 2021 können alle Interessierten auf der Webseite "Lang lebe Technik!" alte Geräte und ihre Geschichten vorstellen. Man kann dort Fotos hochladen und teilen und berichten, was man an diesem alten Stück Technik schätzt und mit welchen Tricks man ihre Funktionsfähigkeit aufrechterhält. Unter dem Hashtag #LanglebeTechnik können Fotos und Kurzbeschreibungen auch über Social Media geteilt werden. Alle Geschichten sind dann auf der Projektwebseite einsehbar.

Ziel der Aktion ist es zum einen, der alten Technik ein besseres Image zu verpassen. Denn die Geschichten rund um alte Geräte können aufzeigen, dass alt nicht immer automatisch schlecht oder antiquiert bedeuten muss. Der Föhn von der Oma kann noch genauso gut funktionieren wie ein modernes Hightech – und hält vermutlich länger. Gleichzeitig sollen die Berichte auch dazu beitragen, zu hinterfragen, wann ein Neukauf wirklich nötigt ist – womöglich reicht auch eine Reparatur des alten Geräts völlig aus?

Auf der Website der Aktion finden sich zudem zahlreiche Informationen rund um die Haltbarkeit von Technik und die dafür wichtigen Faktoren. Auch konkrete Tipps dazu, wie ich die Lebensdauer eines Geräts erhöhen kann und wann eine Reparatur lohnt, kann ich dort nachlesen.

NPO, 24.11.2021
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