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Noch immer lebendig? Antisemitismus in Deutschland

70 Jahre nach Befreiung des Konzentrationslagers Ausschwitz ist der Antisemitismus in Deutschland offenbar immer noch stark ausgeprägt. Vorurteile und Abneigung gegen Juden scheinen in Teilen der deutschen Bevölkerung fest verankert zu sein. Das zumindest legt eine aktuelle Studie der Universität Bielefeld nahe.

Antisemitische Schmiererei an einem jüdischen Geschäft im November 1939
Antisemitische Schmiererei an einem jüdischen Geschäft im November 1939

Das Phänomen Antisemitismus gibt es nicht erst seit der Nazizeit in Deutschland – schon in der Weimarer Republik gab es Vorurteile und Ressentiments gegenüber Juden in Deutschland. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg blieben negative Haltungen erhalten – wenn auch meist eher unterschwellig oder verdeckt.

Antisemitismus-Formen: Von selbstschuld bis Israel = Nazis

Heute unterschieden Fachleute vier Formen antisemitischer Einstellungen:  Als klassisch antisemitisch gilt beispielsweise die Ansicht, dass die Juden zu viel Einfluss in Deutschland hatten und haben und dass sie durch ihr Verhalten an ihrer Verfolgung mitschuldig sind – so hätten es quasi provoziert. Als Sekundären Antisemitismus/ Schlussstrich-Mentalität bezeichnen Forscher die Haltung, nichts mehr von den deutschen Verbrechen an Juden hören zu wollen. " Ich ärgere mich darüber, dass den Deutschen auch heute noch die Verbrechen an den Juden vorgehalten werden."

Zwei weitere Formen antisemitischer Einstellungen sind eher israelbezogen. Dazu gehören zum einen die NS-vergleichende Israelkritik: " Was der Staat Israel heute mit den Palästinensern macht, ist im Prinzip auch nichts anderes als das, was die Nazis im Dritten Reich mit den Juden gemacht haben." Aber auch eine Vermischung von Kritik am Staat Israel mit einer judenfeindlichen Haltung kann antisemitisch sein: " Bei der Politik, die Israel macht, kann ich gut verstehen, dass man etwas gegen Juden hat."

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