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Prostata-Medikamente: Welche gibt es? Wie wirken sie?

Prostata-Medikamente werden bei einer Reihe von Erkrankungen der Vorsteherdrüse eingesetzt – von der gutartigen Prostatavergrößerung über Entzündungen bis hin zur Begleittherapie bei Prostatakrebs. Welche Wirkstoffe es gibt, wie sie wirken und welche Nebenwirkungen auftreten können, zeigt dieser Überblick.

Bildquelle: KI-generiert mit ChatGPT

Bei welchen Erkrankungen kommen Prostata-Medikamente zum Einsatz?

Die Prostata kann von verschiedenen Erkrankungen betroffen sein, die eine medikamentöse Behandlung erfordern. Zu den häufigsten zählen die benigne Prostatahyperplasie (gutartige Vergrößerung der Vorsteherdrüse), die Prostatitis (Entzündung der Prostata) sowie das Prostatakarzinom. Je nach Erkrankung und Schweregrad kommen dabei sehr unterschiedliche Prostata-Medikamente zum Einsatz.

Behandlung einer gutartigen Prostatavergrößerung

Eine gutartige Prostatavergrößerung ist der häufigste Grund dafür, dass Männer Probleme beim Wasserlassen haben. Typische Beschwerden wie häufiger Harndrang, schwacher oder verzögerter Harnstrahl treten meist nach dem 50. Lebensjahr auf.

Ziel der medikamentösen Behandlung ist es, die Beschwerden zu lindern und den Harnfluss zu verbessern.

Alpha-Blocker: Linderung bei Blasenentleerungsstörungen

Alpha-Blocker gehören zu den am häufigsten verschriebenen Prostata-Tabletten bei gutartiger Prostatavergrößerung. Sie wirken, indem sie die glatte Muskulatur im Bereich der Prostata und des Blasenhalses entspannen. Dadurch kann der Urin leichter abfließen und die typischen Beschwerden nehmen ab.

Der Vorteil von Alpha-Blockern liegt in ihrer vergleichsweise schnellen Wirkung, die oft schon nach wenigen Tagen einsetzt. Zu den möglichen Nebenwirkungen zählen Schwindel, Müdigkeit, Abgeschlagenheit sowie ein Blutdruckabfall – besonders zu Beginn der Behandlung. Auch eine sogenannte retrograde Ejakulation, bei der Samenflüssigkeit in die Blase gelangt statt nach außen, kann auftreten. Diese Prostata-Medikamente sind rezeptpflichtig.

5-Alpha-Reduktasehemmer: Langfristige Behandlung der Prostatavergrößerung

Eine weitere Gruppe der Prostata-Medikamente sind die 5-Alpha-Reduktasehemmer. Sie greifen in den Hormonhaushalt ein und hemmen die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT) – einem Hormon, das das Wachstum der Prostata fördert. Durch die Hemmung dieses Prozesses kann die Prostata langfristig verkleinert werden.

Im Gegensatz zu Alpha-Blockern wirken 5-Alpha-Reduktasehemmer langsamer – eine spürbare Verbesserung tritt oft erst nach mehreren Monaten ein. Mögliche Nebenwirkungen umfassen Libidoverlust, erektile Dysfunktion sowie Veränderungen der Ejakulationsmenge.

Welche Prostata-Medikamente bei entzündeter Vorsteherdrüse?

Bei einer akuten Prostatitis stehen neben häufigem Harndrang Entzündungszeichen, beispielsweise Fieber und Schüttelfrost, sowie Schmerzen im Vordergrund. Die Therapie richtet sich gezielt gegen die Entzündung und ihre Ursache.

Bei einer bakteriellen Prostatitis stehen Antibiotika im Mittelpunkt der medikamentösen Behandlung. Je nach Schweregrad der Entzündung kann die Therapie Tage bis Wochen dauern. Wichtig ist, die verordneten Antibiotika konsequent und vollständig einzunehmen – auch wenn die Beschwerden bereits nachlassen. Nur so lässt sich einem Rückfall wirksam vorbeugen.

Bei einer nicht-bakteriellen Prostatitis ist die Behandlung oft komplex und kann medikamentöse sowie physikalische Maßnahmen umfassen. Dazu zählen beispielsweise Alpha-Blocker zur Verbesserung der Blasenentleerung, Schmerzmittel (Analgetika) sowie pflanzliche Präparate. Über die genaue Therapie entscheidet der behandelnde Arzt.

Hormontherapie bei Prostatakrebs

Beim Prostatakarzinom kommen spezielle Prostata-Medikamente rezeptpflichtig zum Einsatz, die das Tumorwachstum verlangsamen sollen. Da Prostatakrebs in vielen Fällen hormonabhängig wächst, zielt die sogenannte Androgendeprivationstherapie (ADT) darauf ab, den Testosteronspiegel zu senken. Antiandrogene blockieren dabei die Testosteron-Bindestellen an den Krebszellen und verhindern so, dass das Hormon das Tumorwachstum anregt. Ergänzend können LHRH-Agonisten und LHRH-Antagonisten zum Einsatz kommen, die die Testosteronproduktion in den Hoden unterdrücken.

Typische Nebenwirkungen der Hormontherapie sind Hitzewallungen, Libidoverlust, Knochenschwund und Muskelschwäche. Die Hormontherapie wird in der Regel von einem Facharzt für Urologie oder Onkologie begleitet und individuell angepasst.

Pflanzliche Präparate zur Unterstützung

Die pflanzlichen Präparate sind häufig auf Basis von Sägepalmenextrakt, Kürbiskernöl oder Brennnesselwurzel. Diese Mittel werden traditionell zur Linderung leichter Störungen der Blasenentleerung eingesetzt. Ihre Wirksamkeit ist wissenschaftlich nicht abschließend belegt, und die Studienlage gilt als uneinheitlich.

Pflanzliche Präparate gelten im Allgemeinen als gut verträglich und weisen kaum Nebenwirkungen auf. Sie können bei leichten Beschwerden eine ergänzende Option sein, ersetzen jedoch keine ärztliche Diagnose und Behandlung.

Welche Medikamente erhöhen den PSA-Wert?

Der PSA-Wert ist ein wichtiger Marker bei der Diagnose und Verlaufskontrolle von Prostataerkrankungen. Er kann jedoch durch bestimmte Therapien beeinflusst werden. Zu Beginn einer Hormontherapie mit GnRH-Analoga kann es vorübergehend zu einem sogenannten Flare-Phänomen und damit zu einem PSA-Anstieg kommen.3 5-Alpha-Reduktasehemmer können den PSA-Wert dagegen senken. Wer Prostata-Medikamente einnimmt, sollte seinen behandelnden Arzt daher stets über alle Präparate informieren, damit die Werte korrekt eingeordnet werden können.

Fazit

Bei Prostataerkrankungen stehen je nach Ursache sehr unterschiedliche Medikamente zur Verfügung – von Alpha-Blockern und 5-Alpha-Reduktasehemmern bei benigner Prostatahyperplasie über Antibiotika bei bakterieller Prostatitis bis hin zur Hormontherapie beim Prostatakarzinom. Rezeptfreie pflanzliche Präparate können leichte Beschwerden ergänzend lindern. Welches Mittel geeignet ist, hängt stets von der individuellen Situation ab – eine ärztliche Beratung ist in jedem Fall empfehlenswert.

 

1 „Benigne Prostathyperplasie“. Umg.eu, urologie.umg.eu/patienten-besucher/krankheitsbilder/benigne-prostatahyperplasie/. Zugegriffen 20. Mai 2026.

2 „Gutartige Prostatavergrößerung“. gesundheitsinformation.de, www.gesundheitsinformation.de/gutartige-prostatavergroesserung.html. Zugegriffen 20. Mai 2026.

3 „Hormontherapie bei Prostatakrebs“. Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum, www.krebsinformationsdienst.de/prostatakrebs/hormontherapie. Zugegriffen 20. Mai 2026.

4 „Therapie der gutartigen Prostatavergrößerung“. Uk-koeln.de, urologie.uk-koeln.de/erkrankungen-therapien/gutartige-prostatavergroesserung/therapie-der-gutartigen-prostatavergroesserung/. Zugegriffen 20. Mai 2026.

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