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GROßES WöRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE
Wehr:
Das alte deutsche Wort
Wehr
für „Waffe“, „Verteidigungsanlage“ kommt als selbständiges Substantiv kaum mehr vor, ist aber in zahlreichen Zusammensetzungen erhalten. Es leitet sich vom althochdeutschen
weri, wari
her, das „Befestigung“, „Verteidigung“, „Schutzwaffe“ bedeutete, und im Mittelhochdeutschen zu
were
wurde.
Die Wendung
sich zur Wehr setzen
enthält das Substantiv noch. Ansonsten ist es in Begriffen wie
Notwehr
oder
Abwehr
aufgegangen. Das
Gewehr
ist aus einer so genannten Kollektivbildung zu
weri, wari
entstanden, bezeichnete also ursprünglich die Gesamtheit der Abwehrmittel und nicht eine einzelne Waffe.
Auch in den verschiedenen Bezeichnungen der staatlichen Streitkräfte ist der Bestandteil
Wehr
enthalten:
Reichswehr
war von 1921 bis 1935 der offizielle Name der Streitkräfte. Mit der Wiedereinführung der
Wehrpflicht
durch die Nationalsozialisten in jenem Jahr, die zu einer Änderung der Struktur führte, wurde auch der Name in
Wehrmacht
geändert. Diese Bezeichnung galt bis 1945. Die Streitkräfte der Bundesrepublik Deutschland und ihre Verwaltung tragen die Bezeichnung
Bundeswehr.
Die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik erfolgte 1955.
Als
Landwehr
bezeichnete man Befestigungsanlagen aus Wällen und Buschwerk, die im Mittelalter und teilweise noch in der frühen Neuzeit zum Schutz von Städten in deren näherer Umgebung errichtet wurden.
Eine besondere Schutztruppe ist schließlich die zum Brandschutz dienende
Feuerwehr,
die gelegentlich auch
Wehr
abgekürzt wird.
Das Wort
Wehr
im Sinne von „Stauwehr“ stammt vom mittelhochdeutschen
wer
für „Stauwerk“, „Fischfang“. Darin steckt etymologisch aber ursprünglich wohl auch die Bedeutung „Befestigung gegen das Wasser“.
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