Es wird Herbst am Himmel. Zwar leuchten am Abend noch die letzten Sommer-Sternbilder im Westen, aber im Osten und Süden dominieren jetzt die klassischen Herbst-Konstellationen. Gut zu erkennen ist das Herbstviereck, das aus den vier Rumpfsternen des Pegasus, des geflügelten Pferdes gebildet wird. Darum gruppieren sich weitere typische Herbststernbilder wie Steinbock, Andromeda und Perseus.
Nach Mitternacht steigen im Osten sogar schon die ersten Winter-Sternbilder auf: Der Himmelsjäger Orion mit seinen drei einprägsamen Gürtelsternen ist zu sehen, schräg daneben steht der Stier mit seinem rötlich leuchtenden Auge. Er hat am 9. und 10. Oktober eine nahe Begegnung mit dem noch fast vollen Mond: Dieser steht in der ersten dieser beiden Nächte ganz nahe am Auge des Stieres, in der Nacht darauf direkt zwischen seinen Hörnern.
Ebenfalls typisch für den Oktoberhimmel sind die Positionen zweier immer sichtbarer Konstellationen: Das Himmels-W der Kassiopeia steht jetzt besonders hoch am Himmel, fast im Zenit. Der Große Wagen dagegen steht sehr tief – er scheint den Horizont entlang zu fahren.
Rendezvous von Mars und Venus
Auch im Oktober dominiert ein Planet den Morgenhimmel: die Venus. Der "Morgenstern" leuchtet ab etwa 05:00 Uhr morgens als hellster Lichtpunkt über dem Osthorizont. Zu ihr gesellt sich der etwas dunklere, rötlich leuchtende Mars. Anfang Oktober ist unser Nachbarplanet nur schwach sichtbar, wird aber dann im Laufe des Monats immer besser zu sehen sein.
Am Morgen des 16. und 17. Oktober haben Mars, Venus und Mond ein besonders attraktives Stelldichein: Die helle Venus steht dann nur rund drei Fingerbreit links unter dem Mars. Die schmale Sichel des abnehmenden Mondes zieht am 16. Oktober dicht oberhalb dieses Zweierteams vorbei. Am 17. Oktober wiederholt sich diese Passage mit der Mondsichel unterhalb der beiden Planeten.
Morgendlicher Lichteffekt: das Zodiakallicht
Wer in diesen Tagen mit dem Sonnenaufgang aufsteht, der kann unter günstigen Bedingungen einen besonderen Lichteffekt erspähen: das Zodiakallicht. Dieses bildet kurz nach Beginn der Morgendämmerung einen hellen Lichtkegel über dem östlichen Horizont. Dieser Lichtschein entsteht, weil das Sonnenlicht durch Staubteilchen gestreut wird, die in unserem Sonnensystem zwischen den Planeten umherfliegen.
Besonders gut ist dieser Effekt zu erkennen, wenn die Sonne bei uns in einem eher steilen Winkel auf- oder untergeht. Das ist in der Abenddämmerung im Frühjahr und in der Morgendämmerung im Herbst der Fall. Zum Beobachten des Zodiakallichts sucht man sich am besten einen etwas erhöhten und dunklen Standort, von dem man eine freie Sicht auf den östlichen Horizont hat.
Zeitumstellung nicht vergessen!
Am Sonntag, dem 29. Oktober 2017, beginnt die alljährliche Winterzeit.
In der Nacht von Samstag auf Sonntag müssen wir dafür die Uhren um eine Stunde zurückstellen – von drei auf zwei Uhr. Dadurch können wir am Sonntag eine Stunde länger schlafen und gewinnen die Stunde zurück, die wir bei der Umstellung auf die Sommerzeit im Frühjahr verloren haben. Die Rückkehr zur normalen Mitteleuropäischen Zeit bedeutet aber auch, dass es nun abends eine Stunde früher dunkel wird.


