Wahrig Herkunftswörterbuch

Talent

1.
antike Gewichts– und Rechnungseinheit
2.
angeborene Fähigkeit, Begabung
♦
aus
lat.
talentum „Talent“ (als Gewichtseinheit), aus
griech.
talanton „Waage, Waagschale; das Gewogene, Talent“; Luther übersetzt in Matthäus 25,15 „Talent“ mit „Zentner“, in Lukas 19,13 mit „Pfund“, von daher entwickelten sich die Redensarten vom „anvertrauten Pfund“ und „mit seinem Pfunde wuchern“; im Lauf der Zeit wurde dann mit „Pfund“ nicht mehr nur „anvertrautes Geld“, sondern auch „verliehene Tüchtigkeit, Begabung“ bezeichnet
[Info]
Talent
Eine alte, sowohl von den Griechen als auch von den Römern verwendete Maß– und Währungseinheit ist das Talent, das uns heute in der Bedeutung „angeborene Begabung“ oder „Mensch mit einer solchen Begabung“ bekannt ist. Ins Deutsche kam das Wort entweder indirekt über das
frz.
talent, oder aber es wurde direkt aus dem
lat.
talentum entlehnt, das die genannte Einheit bezeichnet. Zugrunde liegt dem lat. Wort das
griech.
Substantiv talanton, das ursprünglich „Waag(schal)e“ bedeutete und vom
griech.
Verb tlenai „aufheben, tragen“ stammt. Ein Talent maß aber unterschiedlich viel: das attische Talent wog 36 Kilogramm, das in Karthago übliche dagegen nur 27 Kilogramm, so wie auch das babylonische Urtalent, das eigentlich das Maß für den Inhalt einer herkömmlichen Amphore darstellte. Die heutige Bedeutung beruht auf dem Matthäusevangelium, in dessen 25. Kapitel von den anvertrauten Talenten die Rede ist, die von Gott übertragene Fähigkeiten symbolisieren. In der Redensart sein Talent in die Waagschale werfen „das einsetzen, was man kann“ klingt die ursprüngliche Bedeutung auch heute noch an.
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