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Essstörungen: Je dünner, je toller?

Der Teufelskreis von Magersucht und Bulimie

Als Hila Elmalich am 14. November 2007 an Herzversagen stirbt, wiegt sie gerade einmal 27 Kilo. Das israelische Model litt an Magersucht, hungerte sich über Jahre zu Tode. Elmalich ist kein Einzelfall – 82 Mädchen und junge Frauen sind in Deutschland allein 2010 an den Folgen ihrer Magersucht gestorben, jeder Fünfte zwischen 11 und 17 Jahren zeigt Symptome einer Essstörung. Warum bereitet das Essen so vielen Jugendlichen Probleme?

Schön oder dürr?

Untergewichtige Models mit hervorstehenden Knochen prägen das Schönheitsideal unserer Zeit – und gelten vielen Magersüchtigen als Vorbilder.

Essen und Hungern als Lebensinhalt

Ein paar Pfunde loswerden – das wünschen sich viele. Für manchen Jugendlichen, insbesondere für viele Mädchen, hängt allerdings an ein paar Kilo Körperspeck der ganze Traum von einem schöneren Leben. Aber wenn dann nach immer drastischeren Diäten schließlich sogar Kleidergröße XXS locker passt, ist das Glück noch immer nicht da, stattdessen hat die Magersucht die Jugendlichen voll im Griff: Die Gedanken kreisen den ganzen Tag um Essen und Hungern, und anstelle eingefallener Wangen und hervorstehender Knochen sehen die Magersüchtigen beim Blick in den Spiegel trotz starkem Untergewicht noch immer vermeintlich unerträgliche Fettpolster. „Wer richtig tief in der Magersucht steckt, erreicht nie einen Punkt, an dem er sich gefällt. Deshalb gibt es ja auch immer wieder die schrecklichen Verläufe, die mit dem Tod enden“, erklärt Andreas Schnebel, Vorstand des Bundesverbandes Essstörungen e.V.

Nicht ganz so lebensbedrohlich, dafür aber umso verbreiteter ist die Bulimie, auf Deutsch Ess-Brechsucht genannt. Etwa dreimal häufiger als in die Magersucht geraten Jugendliche in den Bulimie-Teufelskreis aus Heißhungerattacken, Erbrechen und Scham. Weil das Gewicht der Bulimiker oft unauffällig ist, bleibt die Krankheit der Familie mitunter lange verborgen.

Obwohl sich Magersucht und Bulimie auf den ersten Blick unterscheiden – rigides Kalorienzählen auf der einen, ungezügeltes Essen auf der anderen Seite – haben die beiden Essstörungen doch einiges gemeinsam: Sie beginnen häufig in der Pubertät oder kurz darauf, gehen mit panischer Angst vor dem Dicksein einher, schädigen die Gesundheit erheblich und bringen einen hohen Leidensdruck mit sich. Außerdem ist bei beiden Krankheiten das gestörte Verhältnis zum Essen nur die Spitze des Eisbergs, die eigentlichen Probleme der Jugendlichen und jungen Erwachsenen liegen tiefer. Vor allem um das Selbstwertgefühl der Essgestörten ist es meist nicht gut bestellt.

 

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von wissen.de-Redakteurin Alexandra Mankarios
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