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Anschlag auf Rudi Dutschke

Der Studentenführer wird lebensgefährlich verletzt

Rudi Dutschke, Vorstandsmitglied des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) und einer der Führer der Außerparlamentarischen Opposition (APO) wird bei einem Attentat in Berlin am 11. April 1968 lebensgefährlich verletzt. Eine Stunde nach dem Anschlag überwältigt die Polizei den 23-jährigen Josef Erwin Bachmann, der politische Motive für seine Tat angibt.

Gegen 16.35 Uhr brach Rudi Dutschke von drei Kugeln in Kopf und Brust getroffen auf dem Kurfürstendamm in der Nähe des SDS-Büros zusammen. In drei Operationen wurden dem 28-jährigen Soziologie-Doktoranden die Projektile aus dem Körper entfernt. Zur Begründung seiner Tat erklärte Bachmann, er hielte Dutschke für einen Kommunisten und Kommunisten könnte er nicht leiden. Der u.a. wegen Waffendiebstahls vorbestrafte Anstreicher aus Peine galt als rechtsextrem. Er war jedoch nicht politisch organisiert. Nach eigenen Angaben hatte ihn der tödliche Anschlag auf Martin Luther King nur wenige Tage zuvor inspiriert.

Am Vormittag war der als Bauhilfsarbeiter in München beschäftigte Bachmann in Berlin angekommen. Im SDS-Büro hatte er vorgegeben, Dutschke sprechen zu wollen, und hatte dann auf der Straße auf sein Opfer gewartet.

Nach der Tat versteckte sich Bachmann in einer Nebenstraße und wurde erst nach längerem Schusswechsel schwer verletzt von der Polizei festgenommen. Der SDS machte geistige Urheber für das Attentat verantwortlich. "Die hemmungslose Hetzkampagne von Berliner Senat und Springer-Presse ... hat alle Oppositionellen zu Freiwild gemacht." In mehreren bundesdeutschen Städten kam es noch am selben Abend zu Auseinandersetzungen bei dem Versuch, die Auslieferung von Zeitungen aus dem Axel-Springer-Verlag zu verhindern.

Schwere Unruhen nach dem Attentat

Unruhen nach dem Attentat

Im Zuge der schweren Auseinandersetzungen nach dem Attentat auf Rudi Dutschke setzen Polizisten in Berlin Wasserwerfer gegen Demonstranten ein.

Nach dem Attentat demonstrierten über 10 000 Menschen in mehreren deutschen Städten und im Ausland gegen das Verlagshaus Axel Springer. Sie machten die Berichterstattung in den Zeitungen des Konzerns für das Attentat mitverantwortlich.

In Berlin kam es im Springer-Haus in der Kochstraße zu schweren Auseinandersetzungen mit der Polizei. In den folgenden Tagen weiteten sich die Demonstrationen und Unruhen aus. Als erste Reaktion auf den Anschlag zogen in Berlin etwa 5000 Personen zum Springer-Verlagsgebäude. Bei dem Versuch, das Haus zu stürmen, entbrannte am 11. April 1968 gegen 23 Uhr eine Straßenschlacht zwischen Demonstranten und der Polizei. In München wurden die Redaktionsräume der Bild-Zeitung verwüstet; in Hamburg und Frankfurt am Main kam es zu Protestkundgebungen vor Druckereien und Gebäuden des Springer-Verlags.

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