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Blinde, die sehen

Ein Wunder?

Diese Aussage muss nicht unbedingt unter biblischen Vorzeichen gelesen werden. Wie englische Naturwissenschaftler nämlich bereits 1937 feststellten, konnten blinde Affen dahingehend, trainiert werden, dass sie auf bestimmte Bilder mit Furcht reagierten.

Den Tieren war der jener Teil des Gehirns entfernt worden, der für die Verarbeitung der durch die Augen gelieferten Reize zuständig war.

Man vermutete , dass die Verarbeitung der von den Augen gelieferten Informationen in einem anderen Bereich des Gehirns statt finden musste.

Damals bestand allerdings keine Möglichkeit, die gewonnenen Informationen am Menschen zu überprüfen. Der Greifswalder Experimentalpsychologe Alfons Hamm und der Neurologe Christof Kessler bekamen in neuerer Zeit die Gelegenheit, einen Menschen mit einem seltenen Krankheitsbild zu untersuchen, das die Annahmen der Engländer bestätigte.

Die Sehrinde des Patienten ist aufgrund zweier Schlaganfälle zerstört. Er ist kortikal völlig blind und hat alle Anzeichen und das Verhalten eines Blinden. Das Gehirn, konnte die Reize nicht mehr verarbeiten, die Augen und damit seine eigentliche Sehfähigkeit erwiesen sich jedoch als intakt.

n einem Versuch, wurde dem Mann eine Flugzeugschablone vorgeführt. Gleichzeitig erhielt er einen kleinen Elektroschock, auf den er reagierte - das Gehirn lernte dadurch eine Furchtreaktion vor der Flugzeugschablone. Die Reaktion behielt der Blinde auch dann bei, wenn die Schablone vorgeführt wurde, der Stromschlag aber ausblieb.

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